Verzerrtes Medienbild Thailand

Zuerst stand Thailand nicht auf meiner Reiseliste. Obschon ich das Essen liebe und die Fotos faszinierend fand, hatte ich grosse Bedenken wegen des Sextourismus. Nicht dass ich ein Problem mit Sex habe, aber ich kenne mich, wenn da ein weisser Lustmolch ein minderjähriges Kind ausführt, halte ich nicht mein Maul. Ich könnte es nicht ertragen, wenn man mir an jeder Ecke “Frischfleisch” anbietet. Mein Bild von Thailand war geprägt von der Berichterstattung im TV und aus den Zeitungen sowie von ein paar Bekannten, die ihre Frauen importierten, so wie man Haushaltsgeräte in die Schweiz kommen lässt.

Weil meine Partnerin eine riesige Freude an Elefanten hat und sie die ersten drei Wochen auf meine Weltreise mitkam, entschlossen wir uns im Norden Thailands eine Elefanten-Tour zu buchen.

Danach fuhren wir mit dem Zug nach Bangkok, flogen in den Süden und mieteten ein Auto für eine Rundreise. Eine Strecke, wie sie einer Reise Appenzell - Zürich - Tessin entsprechen würde. Ich muss gestehen, was bin ich froh, habe ich nicht auf mein Vorurteil gehört. Nicht nur ist Thailand ein faszinierendes Land, die ersten 17 Tage hatten wir keinen Kontakt zum Sextourismus. Nicht einmal in Bangkok stösst man darauf, wenn man ihn nicht sucht. Erst im Süden, im Zentrum des Tourismus an der Patong Beach - einem Cran Canaria auf Speed - bestätigte sich mein Medienbild.

Nach drei Wochen kennt man kein Land, nicht einmal ansatzweise. Aber zwei Dinge habe ich gelernt, der Sextourismus entspricht nicht dem Lebensstil der Thais und ich falle ebenfalls auf Medienbilder herein. In diesem Sinn kann ich nur jedem eine Reise nach Thailand empfehlen und auch immer wieder die eigene Wahrnehmung zu schärfen.

Ach ja, eines fiel mir auch noch auf; so wie wir von den Japanern und Chinesen sagen, dass sie dauernd fotografieren und mit ihren Kameras herumrennen, so müssen die Thais uns sehen - zumindest mich, wenn ich dauernd mit der Videokamera herumfilme ;-)

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