Verödung der hiesigen Einkaufsstrassen verhindern!

Schweizer Shoppingstrassen werden immer eintöniger: Filialen nationaler und internationaler Ketten verdrängen die lokalen Läden. Vor allem Mode- und Schmuckgeschäfte sind auf dem Vormarsch. Die Umsätze der lokalen Geschäfte müssen die Mietkosten decken, während bekannte Marken die besten Standorte häufig aus Prestigegründen besetzen. Geld verdienen diese in den Shoppingcentern an der Peripherie.

Dieser Verdrängungskampf geht zulasten der Angebotsvielfalt. Denn mit den Ketten kommt auch die Uniformität: Mehr als die Hälfte der Nutzflächen in den Schweizer Shoppingstrassen entfällt bereits auf Mode. Diese „Textilisierung“ begründet sich mit den hohen Renditen in der Modebranche, die somit auch exorbitante Mietzinsen verkraften kann. Auf der Strecke bleiben dagegen tiefmargige Cafés, Restaurants und Blumenläden. Sollte dieser Trend weiter anhalten, droht eine Verödung der hiesigen Einkaufsmeilen: Wer nach dem Kleiderkauf kilometerweit laufen muss, um einen Kaffee zu bekommen oder Blumen für die Liebste, der überlegt sich den nächsten Gang in die Innenstadt zweimal. (Nach S. Millischer, MZ vom 21. April 2010, Seite 9)

Über eine differenzierte Nutzungsordnung der Kernzonen von Städten muss wieder eine für die Kunden attraktive Mischung der Detailhandelsnutzungen angestrebt werden.

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