Die Schweiz - weiterhin eine Insel...

Die Schweiz - Sie ist weiterhin eine Insel und dies sogar im positiven Sinne.

1992 lehnte die Schweizer Stimmbürger die Vorlage zum EWR-Beitritt haarscharf ab. Eine Annahme hätte über kurz oder lang wohl auch zu einem EU (und einem NATO) Beitritt geführt.

Währenddem halb Europa in eine tiefe Rezession sinkt, geht es der Schweiz vergleichsweise gut - sie trotzt der Krise wie kaum ein anderes Land.

Währenddem nun also auch die Aussichten für Wirtschaftsmotoren und finanziell starke Staaten nicht mehr so rosig aussehen, wächst die Schweizer Wirtschaft munter weiter. Die Arbeitslosigkeit beträgt mittlerweile rund 2.7% - weniger als erwartet und etwa 1/4 des EU-Durchschnitts. Auch das BIP hat sich seit 2008/2009 gut erholt - die Prognosen für das Wachstum wurden von 0.8% auf 1.4% erhöht. Die Konsumentenstimmung ist seit Ausbruch der Krise sehr gut und nun sinken die Lebenskosten weiter - die Lage auf dem Markt ist so gut, dass "Travaille Suisse" nun sogar Lohnerhöhungen in der Höhe von 1% - 2.5% fordert.

Und auch die Exportwirtschaft bricht, nicht wie in anderen Ländern, kaum bis gar nicht ein. Dies vor allem, weil die Schweiz zum grössten Teil sehr spezialisierte, qualitativ hochwertige Ware exportiert, welche nicht in anderen Ländern ersatzweise gekauft werden kann - denken wir zum Beispiel an die Pharma- oder an die Uhrenindustrie. Diesbezüglich hilft garantiert auch die (bisher) erfolgreiche Verteidigung des Euro-Frankenkurses von 1,20, dies gibt Investoren und Unternehmern Planungssicherheit. Die dafür zuständige SNB verdiente im 1. Halbjahr satte 6.5 Milliarden Franken und besitzt nun Devisen im Wert von 365 Milliarden CHF - dies vor allem Dank dem Einkauf von Fremdwährungen, speziell des Euros. Die SNB verfügt nun über Bestände von rund 182.5 Milliarden Euro.

In Bezug auf die Lage in der EU geht diese Taktik (1.20 Untergrenze + massive Intervention durch riesige Euro-Einkäufe) bisher auf, ist meiner Meinung nach aber sehr gewagt.

Werfen wir doch einen Blick auf Spanien:

Oder auf Italien:

Die beiden hoch verschuldeten Länder kommen kaum aus dem Sumpf der horrend hohen Zinsen heraus. Wegen der Immobilienkrise hat Spanien nun auch die Grossbank "Bankia" verstaatlicht. Dem Land droht nun (nebst der Euro; -Wirtschafts; -und Immobilienkrise) auch noch eine Bankenkrise. Die Arbeitslosigkeit in Spanien droht bald die 25%-Marke zu überschreiten, bei der Jugendarbeitslosigkeit sind es bald über 53%. Aber auch Italien schwächelt, so ist dort die Arbeitslosenquote im Juni 2012 auf 10.8% angestiegen, jene der Jugendarbeitslosigkeit liegt nun bei 34.3%.

Zum Vergleich: In Griechenland liegt die Arbeitslosigkeit gerade mal bei 22.6%

Auch in Deutschland gibt es Städte, welche tagtäglich auf Pump überleben müssen. Die Bankkredite werden dadurch auch immer wie teurer

Und genau jenes Deutschland hat zusammen mit der restlichen EU bereits hunderte von Milliarden Euros nach Griechenland verfrachtet, dem Schiff Griechenland geht es aber mittlerweile überhaupt nicht besser, ganz im Gegenteil: Vom sinkenden Schiff sind gerade noch die Schornsteine zu erkennen. Die Hilfe aus der EU wird in Griechenland übrigens auch sehr dankend angenommen - wie es sich wohl anfühlt, in Deutschland zu arbeiten und Steuern zu bezahlen? Ich persönlich muss zugeben: Ich wäre schneller in der Schweiz, als Natalie Rickli "Masseneinwanderungsinitiative" sagen könnte.

Es ist verständlich: Währenddem die EU immer weiter in die Krise rutscht und stabile Wirtschaftsmotoren stottern, wurden erst kürzlich die Steuern für Reiche in Frankreich erhöht. Drei mal dürfen Sie raten, wohin diese Personen flüchten werden ;)

Während den nächsten Tagen wird die historische Marke von 8 Millionen Einwohnern überschritten werden. Wie im Beitrag sehr gut hervorgehoben, steht die Schweiz eben dank dieser hohen Einwanderung und den vergleichsweise tiefen Steuern wirtschaftlich gut da. Leider kommen nun immer mehr negative Konsequenzen zum Vorschein, währenddem unsere Regierung die Probleme weiter verniedlicht:

Die Schweiz gerät nun aber auch politisch immer weiter unter Druck. Der Bundesrat (mit einem Rückgrat eines wirbellosen Tieres ausgestattet) vermag diesem natürlich nicht Stand zu halten und bricht komplett ein. Auch im Bereich der Energieabkommen droht er sich dem EU Recht unterwerfen zu wollen.

Sie sehen, die Schweiz ist weiterhin eine Insel des Erfolgs. Aber wie lange noch? Wie lange noch vermag unsere Regierung die Insel gegen Wirtschaftskrisen und geldgierigen Technokraten aus Brüssel zu verteidigen?

An dieser Stelle möchte möchte ich gerne auf einen sehr gelungenen Abschnitt einer 1. August-Rede hinweisen:

Ja, liebe Schwitzer, wir haben das Glück, auf der einzigen Insel der Welt mit Land drum herum zu leben. Und obwohl das Drumherum Festland ist, sind die dort ganz schön am Schwimmen.

Nun fragen Sie sich: Wollen Sie sich lieber ins ungemütliche, wenn nicht tödliche Nass wagen oder wollen Sie lieber im sicheren Trockenen bleiben?

Am 1. August sollten wir nicht nur den Geburtstag der Schweiz feiern - Wir sollten auch unser nacktes Überleben, unsere direkte Demokratie und unseren Wohlstand feiern. Denn heutzutage ist es, wie zu Zeiten des 2. Weltkrieges, ein Grund zum Feiern, ein weiteres Jahr ohne grössere Schaden überlebt zu haben.

Darauf stosse ich an!

73 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.

Missing_tiny_images
Bitte melden Sie sich an