Eine Fusion der beiden Basel - ja, aber nicht so!

In wenigen Tagen ist es soweit. Die von Fusionsbefürwortern (während des Wahlkampfs 2011) aufgegleiste Fusionsinitiative wird lanciert. Pünktlich zum Wahlkampf für den Basler Grossen Rat beginnt das Unterschriftensammeln. Das Diese zusammenkommen bezweifelt weder in der Stadt noch auf dem Land irgendjemand. Doch was bringt das ganze eigentlich der Region Basel?

Basel hat sich seit der letzten Fusionsinitiative 1969 stark verändert. Ich behaupte mal, dass rund jeder 3. Einwohner der Stadt Basel und der Vorortsgemeinden zugezogen ist und somit keinen wirklichen Bezug zur Geschichte der beiden Basler mehr hat. Basel ist das absolute wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Nordwestschweiz und kann sich auch national und international Gehör verschaffen. Dies alles würde für eine Fusion sprechen. Davon ausgehend, dass sich diese Effekte in Zukunft noch verstärken werden ist eine Fusion der beiden Basel längerfristig sowieso nicht aufzuhalten. Die Frage die sich mir jedoch stellt ist auf welche Weise wir eine solche Fusion durchführen sollen?

Wer das Initiativkomitee von Stadt und Land etwas genauer unter die Lupe nimmt erkennt rasch, dass es sich bei der grossen Mehrheit der Personen um die gleichen Personen handelt, welche bereits seit 5, 10 ja sogar 20 Jahren die politischen Geschicke in der Region leiten. Dennoch wurde bis jetzt erst eine relativ dürftige Zusammenarbeit zwischen den beiden Kantonen zustande gebracht. An wem genau das liegt oder warum das so ist sei dahingestellt jedoch muss ich mich schon fragen warum niemand dieser grossen Freunde der Zusammenarbeit der beiden Basel auf die Idee gekommen ist bzw. es fertig gebracht hat gewisse kleinere Ämter, unser Schulsystem, die Spitäler, den Krisenstab, das Kreiskommando oder die Ausgleichskasse zu fusionieren? Wie soll die Bevölkerung eine der wichtigsten Fragen der nächsten Jahrzehnte entscheiden, wenn sie keinerlei Vergleichspunkte hat, dass eine solche Zusammenarbeit auch wirklich funktioniert? Zwar haben wir eine gemeinsame Universität und eine Fachhochschule aber auch da streiten wir uns seit Jahren und BL ist weder national als Universitätskanton anerkannt noch wurde bis jetzt ein einziges Seminar der Uni Basel im Baselbiet abgehalten. Auch die Wirtschaftsverbände die sich jetzt plötzlich hinter eine Fusion stellen schaffen es nicht einmal Ihre Veranstaltungen an verschiedenen Tagen abzuhalten.

Wer also wirklich an einer Fusion interessiert ist begleitet ein solches Projekt doch über Jahre wenn nicht sogar sein ganzes Leben lang und kramt es nicht einfach wenn der Zeitpunkt gerade günstig ist aus der Schublade.
Wir müssen jetzt beginnen endlich mit der Zusammenarbeit vorwärts zu machen und der Bevölkerung zu zeigen, dass beide Basel (Politik, Wirtschaft und Verwaltung) bedingungslos zusammenarbeiten können. Denn genau das müssten wir bei einer Fusion. Bedingungslos zusammenarbeiten und uns gegenseitig respektieren mit allen Ecken und Kanten von Riehen bis Ammel!
Zusammenarbeit oder auch Zusammenschluss darf nicht von oben herab diktiert werden sondern muss von unten wachsen.

Initiativen lassen dem Volk genau eine Wahl zu einem fixen Zeitpunkt. Was wir aber brauchen ist der Gang nach vorne. Schritt für Schritt in eine gemeinsame Zukunft. Man kann zwar auch versuchen einen Sprung zu wagen doch das Risiko zu fallen ist dann um ein vielfaches höher.
Liebes Initiativkomitee zeigt dem Volk zuerst, dass die Zusammenarbeit/Zusammenschluss auch funktionieren würde bevor Ihr Es vor die eine Wahl stellt. Gebt Ihm die Chance die Vor- und Nachteile selber zu entdecken und zu sehen ob wir mit einem gemeinsamen Schulsystem, einem gemeinsamen Krisenstab, nur einem Kantonslabor, nur einem Kantonstierarzt, nur einem Kantonschemiker oder auch einer BVB/BLT auskommen würden. Dafür braucht es nur den Willen sich dafür politisch einzusetzen. Das politische Potenzial scheint ja genügend vorhanden zu sein.

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