Warum der Postmarkt nicht liberalisiert werden muss

Der Postmarkt ist ein schrumpfender Markt, der geprägt ist von hohen Skalen- und Verbunderträgen und klar zu definierenden Qualitäts- und Leistungszielen. Wenn es dem staatlichen Unternehmen „Post“ erlaubt wird, wirtschaftliche Versorgungsformen (z. B. Ersatz von Postfilialen durch Verkaufspunkte von Partnern) und kostenorientierte Preise (z. B. für Massensendungen, räumlich differenzierte Preise für Stadt- und Landgebiete) einzuführen, ist nicht einzusehen, wieso mit dem Eintritt von neuen Anbietern die Posttarife sinken sollten; es sei denn, die privaten Anbieter dürften die Löhne drücken. Wenn die Politik auf Einheitstarifen beharrt (für Stadt und Land, für Massensendungen und Einzelbriefe), muss der Bund mittels Leistungsauftrag an die öffentliche „Post“ diese gewollte Ineffizienz (Quersubventionierung) abgelten.
Ist es wirklich nötig, dass in der Schweiz Autos mehrerer Post-Unternehmungen herumkurven? Haben wir nicht schon negative Erfahrungen mit den vielen Mobilfunkantennen-Betreibern oder auch Krankenkassen gemacht? Eine effiziente und sozial verträgliche Post ist auch ohne Marktliberalisierung möglich. Auf Anbieter, die nur die grossen und ertragreichen Kunden im Visier haben und die Löhne drücken, können wir verzichten.

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