Die Energiewende lässt kein Schwarz-Weiss-Denken zu

Bekanntlich möchte die CKW auf dem Inwiler Landstück, welches einst für ein Atomkraftwerk vorgesehen war, einen Solarpark errichten. Wollen die Regierung und das Schweizer Volk (welches nicht über den Atomausstieg abstimmen konnte) am beschlossenen Atomausstieg festhalten, so müssen wir in verschiedene Richtungen denken. Die Energiewende ist ein komplexes Gebilde, das kein Schwarz-Weiss-Denken zulässt. So braucht es neben kleineren Solaranlagen auf Dächern von Einfamilienhäusern und Industriegebäuden auch grössere Solaranlagen (Projekte gibt es auf Lawinenverbauungen, Ackerland, Seen, Steinbrüchen usw.), sowie Wasser- und Windkraftwerke. Parallel sind auch Ausbauten der heutigen Stauseen nötig. Für die atomstromfreie Zukunft muss neben der Erzeugung auch unser gesamtes Stromnetz erneuert, ausgebaut und intelligent werden. Wer all dies nicht wahrhaben will, verdrängt blindlings Tatsachen.

Bis ins Jahr 2050 will die CKW 11% unseres Stromverbrauchs aus Solarkraft decken. Die Jungfreisinnigen setzen sich für eine leistungsfähige und nachhaltige Stromversorgung ein. Wir wollen, dass der Kanton Luzern und vor allem die Schweiz den anfallenden Stromverbrauch mit "sauberer" Energie abdecken kann, ohne dass dieser im Ausland eingekauft werden muss.

Der Solarpark in Inwil dient neben der Stromerzeugung auch der Forschung und Bildung. Wir müssen mit Blick auf die Zukunft unsere Netzstabilität auch Einflüsse solcher unstetigen Energieerzeuger wie Solar oder Wind testen. Jene Tests sind mit kleinen Solaranlagen nur bedingt und mit einem grossen finanziellen Aufwand möglich. Dank der Zusammenarbeit zwischen der CKW und der Hochschule Luzern kann der dringend benötigte Ingenieursnachwuchs an einem reellen Projekt ausgebildet und mit der Wirtschaft vernetzt werden. Diese Forschungserkenntnisse dienen dazu, dass die zukünftigen, dezentralen Solaranlagen optimal vernetzt und das Stromnetz stabil bewirtschaftet werden können. Für die zukünftige Energiebewirtschaftung (Erzeugen, Übertragen, Verbrauchen) sind solche Projekte von besonderer Bedeutung.

Auf die laufenden Solarprojekte der Auto AG Rothenburg, des Emmer Militärflugplatzes und der CKW können wir Luzerner stolz sein. Mit dem Solarpark in Inwil kann der Kanton zudem von einem innovativen und zukunftstauglichen Projekt profitieren und schweizweit Vorreiter in der wirtschaftlichen Solarstromproduktion werden. Denken wir doch alle etwas freisinniger, um die Energiewende gemeinsam zu meistern.

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