Weniger (Nutz-)Tiere müssen leiden

Auf den ersten Blick scheint es erfreulich, dass laut 20 Minuten Immer weniger Tiere in der Schweiz für Tierversuche herhalten müssen.

Doch was genau heisst herhalten? Nicht besser als den Versuchstieren, die eine relativ kurze Lebensdauer zu erwarten haben, ergeht es vielen Nutztieren, die unter uns leben.

Nutz- und Versuchstier ist ein weitgreifender Begriff und aus diesem Grund müssen auch unsere Haustiere in diese Definition mit einbezogen werden, die zu jedem erdenklichen Zweck "be- oder genutzt" werden:
http://www.tier-im-fokus.ch/info-material/info-dossiers/heimtiere/#zwischentitel_01

Unsere Nutz- und Haustiere und deren Haltung, sind in manchen Fällen nicht weit von einem Versuchstier entfernt und deren Haltung im privaten Bereich kommt immer mehr den Versuchstierzentren näher! So schrieb der Beobachter 2011, dass das Tierelend in der Schweiz wachse.

Bei uns werden bestimmte Land- und Wassertiere als essbare Fleischlieferanten deklariert. So zum Beispiel Hühner, Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde, Kaninchen, Rinder und ab und zu ein Meerschwein oder andere exotische Tiere, welche zum Verzehr geeignet sind, aber auch, dass bestimmte Tiere aus hygienischen Gründen oder aus nicht tiergerechter Haltung heraus nicht gegessen werden sollten.
http://www.bionetz.ch/bionetz.ch/huehner-1-kaefighaltung-in-der-eu-trotz-verbot.html

Fleischberge werden gezüchtet und Milchkühe, die eine möglichst hohe Milchleistung erbringen, um unseren enormen Konsum zu decken, ansonsten sind sie nichts wert!

Gegner von Tierversuchen, mit dem Argument "lebenslang eingesperrt und krank gemacht", haben bis anhin keine Alternative zu diesem umstrittenen Thema beigetragen.
Hauptsächlich im pharmazeutischen Bereich benötigen und verwenden wir tagtäglich Substanzen, die an Versuchstieren getestet wurden und werden. Welche Personen würden sich freiwillig als "Versuchsmensch" zur Verfügung stellen?

Humanversuche, die heute von keiner Forschungsethikkommission bewilligt würden, wurden widerspruchslos in Fachzeitschriften publiziert (Tröhler 2007). Allerdings wurden in den 1890er Jahren Versuche zur Prüfung eines Immunserums gegen Syphilis von der Berliner Tagespresse zu einem Skandal hochstilisiert: Die Versuche erfolgten ohne Information und Zustimmung der acht Probanden, teilweise Minderjährige, teilweise Prostituirte.

Die bereits vor der Grundgesetzänderung bestehende breite innerphilosophische Diskussion um Kriterien ethischer Zulässigkeit von Tierversuchen wird vor dem Hintergrund verschiedener
Moralkonzeptionen auf hohem theoretischem Niveau geführt. Die Resultate der tierethischen Forschung sind in einer Vielzahl tierethischer Positionen dokumentiert, in denen die ethische Zulässigkeit von Tierversuchen, etwa in der Grundlagenforschung, sehr unterschiedlich beurteilt wird.

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