Am Anfang war das Wort

Der Autor dieser Zeilen des Beitragstitels war sich durchaus bewusst was er schrieb. Am 27. Juni 2012 veröffentlichte das Zofinger Tagblatt verschiedene Artikel. Der Gastautor Cedric Wermuth beispielsweise schrieb unter anderem zum Thema Asylpolitik auf Seite 2: „komische Koalition: Nationalisten und ‚liberale Mitteparteien‘ im selben, fremdenfeindlichen Boot. Die Frage drängt sich geradezu auf: Welchen Gaul reitet eigentlich diese sogenannte liberale Mitte aus FDP, CVP und GLP?“

Im Regionalteil derselben Zeitung dann die Schlagzeile: „19 Asylbewerber nach Kontrolle im Langernquartier verzeigt“. Dabei ist eine Asylunterkunft in Oftringen gemeint, in welcher ausnahmslos Personen leben, welche aufgrund eines abgelehnten Asylantrages eigentlich die Schweiz verlassen müssten, dies aber nicht tun. Der Staatsanwalt wird in der Zeitung wie folgt zitiert: „Ausnahmslos alle Asylbewerber, die wir in Oftringen kontrolliert haben, sind vorbestraft.“ Das Vorstrafenregister der abgewiesenen Asylbewerber reiche von Verstössen gegen das Ausländergesetz über Gewalt und Bedrohung gegen Behörden bis hin zu Einbruch, Raufhandel, Diebstahl und Sachbeschädigung, so die Tageszeitung. Auch, dass die Verurteilten aufgrund fehlender Haftplätze weiterhin auf freiem Fuss seien.

Im Inlandteil dann die Meldung über die auch auf Politnetz heiss diskutierte Twitter Entgleisung eines Zürcher Lokalpolitikers. Die Meldung berichtet über die Verzeigung bei der Staatsanwaltschaft deswegen, sowie über den Parteiausschluss. Auf Twitter soll dieser Lokalpolitiker geschrieben haben (Zitat der Zeitung): „‘Vielleicht brauchen wir wieder eine Reichskristallnacht…diesmal für Moscheen‘, schrieb der Lokalpolitiker am Wochenende auf Twitter. Er reagierte damit auf ein Gerichtsurteil, bei dem ein Islamist in zweiter Instanz freigesprochen wurde, obwohl er Gewalt gegenüber sexunwilligen Ehefrauen als ‚okay‘ bezeichnet hatte (SDA).“

Dass die Aufforderung zu Zerstörung und Mord (Im Jahr 1938 wurden 1‘400 Synagogen, tausende Geschäfte und anderes zerstört, über 30‘000 jüdische Bürger wurden verhaftet und umgebracht) bestraft werden muss, ist selbstverständlich. Andererseits darf man solche Hasstiraden nicht dazu verwenden, diese über ganz offensichtlich vorhandene gesellschaftliche Probleme zu legen, und dabei so zu tun, als seien diese nicht genauso verwerflich oder inexistent.

Worte und Gedanken sind somit erwiesenermassen mächtig, können Hass und Kriege, oder wie der Fall „Jyllands-Posten“, welcher im Jahr 2005 Mohammed Karikaturen veröffentlichte, weltweite Terroraktivitäten auslösen. Lösen wir unsere Herausforderungen gemeinsam, berücksichtigen wir die Bedürfnisse aller und entscheiden demokratisch. Die Sieger mit anschliessender Bescheidenheit, die Verlierer mit Akzeptanz.

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