Ein Lohnschrittchen weiter

Gleicher Lohn für gleich­wer­tige Ar­beit. So steht es in der Bun­des­ver­fas­sung. Und das schon seit 31 Jah­ren. Aber wir ken­nen auch die Realität: Frauen ver­die­nen in der Schweiz 18.4 Pro­zent we­ni­ger als Männer. Und auch drei Jahre nach sei­ner Lan­cie­rung bleibt der Lohngleich­heits­dia­log – der auf Frei­wil­lig­keit be­ruht –, hin­ter den Er­war­tun­gen zurück. So weit so schlecht.


Doch manchmal erfreuen auch ganz kleine Schrittchen: Am 23. Mai hat sich eine Mehrheit der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) im Nationalrat hinter die Parlamentarische Initiative der Grünen Fraktion gestellt. Die Initiative verlangt, dass eine unabhängige Kommission eingesetzt wird, welche die verfassungsrechtlich garantierte Lohngleichheit umsetzen soll – und zwar mit weitreichenden Befugnissen. Will heissen: Sie muss berechtigt sein, Löhne zu kontrollieren und Sanktionen anzuordnen.


Dieser kleine Zwischen-Erfolg heisst nicht, dass nicht anderswo Handlungsbedarf besteht. Der Ball liegt nun eindeutig bei den Unternehmen. Wo sind Hunderte und Tausende von Chefinnen und Chefs, die überprüfen, ob die Lohngleichheit gewährleistet ist? Freiwillig, partnerschaftlich, wirksam – das tönt gut. Wenn sich etwas bewegt – auch gut. Wenn nicht: Dann stehen die Zeichen seit dem 23.5. nicht so schlecht, dass eine Mehrheit sich nicht weiter vertrösten lässt.

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