Progressiv in die Zukunft. Denkanstösse ohne politisches Kalkül und Polemik

Einleitung
Lange Zeit habe ich mich darauf konzentriert, die Artikel auf politnetz.ch zu lesen und meinen Kommentar dazu abzugeben. Jedoch musste ich feststellen, dass die meissten Artikel ein Problem aufnehmen und es nur im Kontext der eigenen Landesgrenzen betrachten. Ich möchte deshalb in diesem Artikel meine eigenen (unreflektierten) Ansichten preis geben, zukunftsorientiert an das Gemeinschaftsprojekt Menschheit heran gehen und so die Diskussion auf ein höheres Level heben.
Grundsätzlich geht es uns in der Schweiz sehr gut. Wir haben kaum existenzielle Probleme. Auch sind die meissten Kennzahlen wie Arbeitslosigkeit und Kriminalität international top. Weshalb also die ganze Polemik, welche man immer wieder in diesem Forum sieht? Ich werde nun auch einige für manchen haarstäubende Thesen/Denkansätze aufzeigen, verzichte aber dabei gewisse Exponenten (Personen oder Parteien) für ihre gegenteilige Haltung zu kritisieren.

Wohlstand
Der Wohlstand ist der einzige Garant für eine bessere Zukunft. Nun unser System basiert zur Zeit darauf, den Wohlstand auf eine kleine Minderheit zu verteilen, in welcher wiederum eine Minderheit das meisste besitzt. Was hat dies zur Folge für die Welt? Als erstes kann man ganz klar aufzeigen, dass die Kriminalität dadurch steigt. So sind ca. 90% der begangenen Straftaten durch finanzielle Anreize zu erläutern. Einzig Trieb- und Beziehungsstraftaten kann man dem nicht unterordnen.
Weitere Folgen sind Kriege (Sudan/Südsudan, Kongo etc.) und Flüchtlingsströme.
Doch wie jeder weiss können wir nicht alle auf der Welt wie in der Schweiz leben, da sonst die Ressourcen zu knapp währen. Wie kann man also mehr Wohlstand für mehr Leute mit gleichen oder weniger Ressourcen erschaffen?

Automation
Mittels Automation könnten wir die Grundlagen dazu schaffen. So wäre es bereits möglich, dass die Nahrungsmittelproduktion voll automatisch abläuft. Dies mittels Treibhaustürmen, welche sich selber ausrichten können und ganzjährlich betrieben werden können. Würden wir dann noch die Gebäude durch computergesteuerte 3D-Drucker erbauen lassen, wären die Grundbedürfnisse von Nahrung und Eigenheim bereits abgedeckt.

Folgen der Automation
Wären die Grundbedürfnisse abgedeckt, könnte man sich mit der "restlichen Welt" beschäftigen. So könnte man zum Beispiel jede Kassiererin durch eine Maschine ersetzen, in welcher man den Einkaufswagen reinschiebt und nach der Bezahlung wieder raus nehmen kann. Grundsätzlich kann man es salop sagen, dass je geringer die persönliche Ausbildung zur Ausübung eines Berufes nötig ist, desto eher kann er durch eine Maschine ersetzt werden. Dies wäre dann das Aus für alle Fabrikarbeiter, Putfrauen etc. Natürlich gibt es auch Berufe, welche nicht druch Maschienen ersetzt werden könne. Dies sind vorallem die sozialen Berufe (Erziehung, Lehrer etc.) Da aber die Kassiererin vom Coop nun nicht mehr arbeiten muss, kann der Grossteil der Arbeiten von Familienangehörigen und dem sozialen Umfeld übernommen werden. Wer sich nun die Folgen davon ausdenkt kommt zum ganz einfachen Schluss.

Das aktuelle System ist nicht zukunftsorientiert
Denn nur wer arbeitet hat ein Einkommen und wird als Teil der Gesellschaft akzeptiert. Nur wer arbeitet gilt als produktives Mitglied. Dabei finde ich einen Penner, der durch die Gassen läuft und Pfandflaschen aufsammelt, produktiver als ein Banker. Das bereits heute 60% der verrichteten Arbeit auf freiwilligenbasis funktioniert wird dabei eloquent ausgeblendet. Die Staaten kriegen jedoch Probleme, wenn es keine Vollbeschäftigung gibt. Der alte Spruch:"Die Wirtschaft befreit die Menschen von der Arbeit" ist also eine klare Lüge. Auch wirde der Fortschritt durch die Wirtschaft systematisch gebremst. So wird das IPhone 5 wohl erst ausgeliefert werden, wenn die Verkaufszahlen des IPhone 4S rückläufig sind. Würden wir konsequent auf Fortschritt setzen, hätten wir bereits eine Arbeitslosigkeit von mehr als 20%. Aber wie können wir das System zukunftsorientiert machen?

Grundbedürfnisse müssen gedeckt sein
Das BGE ist ein Denkansatz, wie man das Einkommen von der Arbeit trennen könnte. So hätte die Arbeitgeber zumindest die Möglichkeit dem Fortschritt zu verschnellern und könnte ohne Rücksicht auf Arbeitnehmer und Gewerkschaften Leute entlassen. Zudem könnten Arbeitnehmer eher mehr auf Arbeitsbedingungen Einfluss nehmen. Durch die konsequente Automation würde sich jedoch noch eine weitere Möglichkeit anbieten. Die Grundbedürfnisse könnten frei zur Verfügung gestellt werden, da diese ja ohne menschlichen Aufwand erstellt wurden.

Nun da ich meine Vision niedergeschrieben habe, stellt sich natürlich die Frage, wie dies alles mit den gleichen Ressourcen funktionieren soll. Auch dazu gibt es mehrere einfache Antworten.

Technologie
Mittels morderner Technologie können wir die bestehenden Ressourcen viel effektiver nützen. So ist es bereits möglich die Sonnenstrahlen, welche auf ein Haus oder Fenster fallen, zu nützen. Es gibt zudem auf der Welt noch etliche andere Arten um erneuerbare Energie herzustellen. Mit dem Strom können dann die Maschinen betrieben werden, welche für uns die Arbeit machen. Aber natürlich kann Strom nicht alles ersetzen. Daher braucht es noch weitere Merkmale.

Qualität
Die Qualität der heutigen Produkte verschlechtert sich anstatt sich zu verbessern. Was sind die Gründe dafür? Der wichtigste Punkt ist wohl, dass Produkte, welche zu lange funktionieren den Profit mindern. Ein einfaches Beispiel dazu ist eine Kaffemühle. Während meine nach 5 Jahren kaputt ging, funktioniert die meiner Tante immer noch obwohl sie viel älter ist.

Generalisierung
Ein weiterer Punkt ist, dass jede Firma versucht ihr Produkt so zu gestalten, dass Konkurrenzprodukte nicht damit komptibel sind. Das beste Beispiel dazu ist wohl Apple. Durch gemeinsame Schnittstellen, Anschlüsse oder was auch immer, könnte wiederum eine Optimierung statt finden.

Für viele wird diese Theorie utopisch wirken aber dazu frage ich Sie. Ist es Gerechtfertigt Träume aufzugeben, weil die Erfolgsaussichten klein sind und die meissten dadurch abgeschreckt werden? Ganz klar nein. Man sollte in kleinen Schritten weiter versuchen das Ziel zu erreichen. Diese könnten wie folgt aussehen.

Möglichkeiten
Für Sie

  • FairTrade
  • Annahme BGE
  • Diskussionen im sozialen Umfeld

Für die globale Gemeinschaft

  • Verbot von Spekulation auf Nahrungsmittel
  • Mindeststeuersatz
  • Erlass der Zinsschulden der 2. und 3. Welt
  • Mindestlöhne (vorallem in den 2. und 3. Weltländern)
  • Reformierung der Weltbank
  • Reformierung der UNO

Klar müssen die meissten Punkte global angegangen werden, jedoch könnte das Schweizer Stimmvolk dem Parlament/Bundesrat den Auftrag geben, dies anzusprechen.

Eigentlich wollte ich noch auf verschiedene andere Themen zu sprechen kommen aber ich denke mir für meinen ersten Beitrag auf politnetz.ch ist es genug geschrieben. Jetz seit Ihr dran ;)

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