SNB: Die Kursuntergrenze zum Euro steht nicht zur Debatte

Als die Nationalbank nach einem Sturzflug des Euro ein Kursuntergrenze von Fr. 1.20 festlegte, wurde das von der Wirtschaft und der Politik begrüsst und unterstützt. Trotz tiefem Kurs gab es wieder Planungssicherheit. Arbeitsplätze konnten gerettet werden. Nun drohen profilierungs-süchtige Politiker die Anstrengungen der Nationalbank für den Wirtschaftsplatz Schweiz zunichte zumachen.

Mit dem Entscheid der Schweizerischen Nationalbank vergangenen Herbst, eine Kursuntergrenze von Fr. 1.20 zum Euro festzulegen, konnten viele tausend Arbeitsplätze gerettet werden. Im Vorfeld fanden zahllose Gesprächen statt, denn ein solcher Schritt funktioniert nicht ohne die Unterstützung von Wirtschaft und Politik. Diese Gespräche wurden geführt im Wissen darum, dass ein solcher Entscheid auch in schwierigen Zeiten verteidigt werden muss. Denn alles, was heute im Euroraum geschieht, war mit ein wenig Sachverstand vorhersehbar. Damals wie heute sprach man von den Wackelkandidaten Griechenland, Portugal, Spanien und Irland wie auch darüber, ob der Euro überleben kann oder nicht. Alle haben den Schritt der Nationalbank unterstützt. Es ist eine Sauerei und gleicht einem Landesverrat, jetzt eine öffentliche Diskussion loszutreten, ob die Nationalbank die Kursuntergrenze halten oder doch besser aufgeben soll. Es gibt Kräfte in diesem Land, die es offenbar regelrecht geniessen, eine ansonst schon sehr schwierige Situation mit ihren ungefragten Einwürfen noch zu verschlimmern und daraus politisches Kapital zu schlagen, auf Kosten der Schweiz und schliesslich von uns allen.

Die Schweizerische Nationalbank ist eine von der Politik und der Verwaltung unabhängige Einrichtung. In Würdigung aller Fakten soll sie unabhängig entscheiden können, welchen Weg die Schweiz währungspolitischen gehen soll. Die Politik ist schlicht unglaubwürdig, wenn von linker Seite ein höherer Franken-Euro Kurs und von rechter Seite wiederum lautstark die Aufgabe der Kursuntergrenze gefordert wird. Solche Forderungen schwächen die Position der Nationalbank und machen die Interventionen zunichte.

Der Entscheid, eine Kursuntergrenze zum Euro festzulegen, wurde von der Nationalbank im letzten Herbst autonom gefällt. Es kann sein, dass der eingeschlagene Weg zurzeit überdacht wird, dass dieser geändert oder aber weitere Massnahmen ergriffen werden. Das alles ist Sache der Nationalbank. Diese entscheidet, was für die Schweizer Währung am besten ist und mit welchen Mitteln eine weitere Aufwertung des Schweizerfrankens verhindert wird. Sie braucht dazu aber sicherlich nicht täglich eine Kakofonie von neuen Vorschlägen.

In einer Krise braucht es strake Institutionen die entschlossen Handeln können. Wer in einer solchen Situation wichtige Institutionen mit gezielter Absicht schwächt, verfolgt einzig die Absicht, die Krise weiter zu verschärfen und Schaden für das Land anzurichten. Solche Politiker haben das Wählervertrauen definitiv nicht verdient!

2 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.