Nicht nur die Energiewende, sondern auch die unangenehme Atommüll-Entsorgung

Prophezeiungen sind schwierig - vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen

Wer diesen Satz als Erster gesagt hat, ist unklar. Klar ist nur, dass er stimmt und trifft zweifelsfrei auch auf unsere Energiezukunft und die Atommüll-Entsorgung zu.

Dass wir Energie "sparen" müssen, wird immer wieder auch von Wissenschaftler unterstrichen. Sieht man einmal von der immer unpopulär werdenden Kerntechnik ab, dann zeichnet sich derzeit kein wirklich vernünftiger und praktikabler Weg der Energieversorgung ab, der nicht große Umweltschäden nach sich zieht.
Ist es wirklich so aussichtslos?
Das hängt davon ab, wen man fragt. Es gibt genug alternative Bastler und Praktiker, die da ganz anderer Meinung sind.

Der eine kann behaupten, selbstverständlich werde es ohne Atomkraftwerke gehen, der andere aber das genaue Gegenteil. Nur weil zwangsläufig niemand weiß, wie es wirklich sein wird, ist die Diskussion nicht überflüssig.

Während der Normalbürger sorgfältig seinen Müll trennt, Energie "spart" und versucht, das Maß der ökologischen Sünden klein zu halten, heizen die Versorger weiter die Atmosphäre auf und belohnen das umweltbewusste Verhalten des Verbrauchers mit Zuschlägen auf den Strompreis. Natürlich lassen wir Energiekunden uns davon beeindrucken, weil im Hintergrund immer wieder das "Damoklesschwert" des Energienotstandes schwebt.
Es ist bereits jetzt - wie vor einem Jahr - abzusehen, dass der Tag kommen wird, an dem man auch das Energiesparen zum Feind der Energiewirtschaft erklärt.

Dazu werden wissenschaftliche Expertisen und Statistiken herangezogen, deren bekannte Dehnbarkeit man schon in der beabsichtigten Richtung vorgespannt hat.

Um aus der Atomenergie auszusteigen, ist es daher bitternötig, über mögliche Szenarien nachzudenken - die zeigen, worauf jeder Einzelne möglicherweise verzichten muss. Das ist umso dringender, als in der direkten Demokratie letztlich das Volk entscheiden wird, welche und wie viel Energie es zukünftig haben will und zu welchem Preis.

Nicht weniger wichtig ist die Entsorgung von Atommüll und ist eine Generationsfrage par excellence: Die gestrige Generation brachte die Kernkraftwerke ans Netz, die heutige Generation schaltet sie ab, die morgige Generation wird die Überreste im Boden vergraben und die nächsten 1000 Generationen hoffen, dass die Nagra richtig gerechnet hat.

Kantone auf deren Gebiet ein Endlager für radioaktive Abfälle erstellt werden soll, sollen darüber (wieder)abstimmen können.

Mögliche Standorte für Oberflächenanlagen:

  • Südranden
  • Zürich Nordost
  • Nördlich Lägern
  • Jura Ost
  • Jura-Südfuss
  • Wellenberg

Linke & Grüne wollen das Veto-Recht zurück.

Am 1.12. 2011 klang es noch so:

Bei der letzten Revision des Kernenergiegesetzes wurde das Vetorecht der Bevölkerung in den betroffenen Kantonen gestrichen. Dieses Recht will die Motion wieder einführen. Die kürzlich eingereichte Motion von Kantonsrat Werner Bächtold (SP, Schaffhausen), welches das Vetorecht wieder einführen will, hat folgenden Wortlaut:

Der Kanton Schaffhausen reicht bei den Bundesbehörden eine Standesinitiative mit folgendem Wortlaut ein: Es ist ins Kernenergiegesetz aufzunehmen, dass die betroffenen Standortkantone einem Endlager für radioaktive Abfälle zustimmen müssen."

Und somit soll diese Motion auch die Haltung der Kantone, die an einem Standort angrenzen, berücksichtigt werden.

Keiner will ihn und doch, irgendwo und -wie, muss letztendlich dieser Atommüll ohnehin etsorgt werden!

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