Um was ging es heute im Nationalrat? Sicher nicht darum, die Asylverfahren zu kürzen.

Wer sich das Blick Protokoll ansieht, sich in den Livestream klinkte oder ins Echo der Zeit reinhört, weiss, heute ging es nicht um die Verkürzung von Asylverfahren. Heute stand eine andere Frage im Vordergrund, wer ist das Alphatier im Nationalrat.

Was wir heute sahen, war eine Machtdemonstration des bürgerlichen Lagers. Die Linke hatte keinen Stich und Bundesrätin Sommaruga wurde vorgeführt. Es zeigt sich, wenn das bürgerliche Lager zusammensteht, dann bekommt es, was es möchte. Die Schweiz ist kein Land, das von Linken regiert wird. Die Mitte kann zwar von den Pol-Parteien in die Zange genommen werden, aber in entscheidenden Fragen ist das Parlament klar bürgerlich. Und dieses bürgerliche Lager sucht einen neuen Leader.

Die Schlagkraft der SVP nahm in den letzten 12 Monaten sichtlich ab. Blocher ist nur noch ein Schatten seiner selbst und der Nachwuchs kann ihm nicht im geringsten das Wasser reichen. So stellt sich die Frage, wer ist der neue Chef im bürgerlichen Haus?

Diese Antwort gab heute Philipp Müller. Er will dieser Chef sein. Was heute passierte, ist massgeblich auf die Zusammenarbeit des - bis jetzt - relativ unbekannten Heinz Brand (SVP) und Philipp Müller zurückzuführen. Dabei nahm der neue FDP-Präsident in einem SVP-Kernthema das Heft in die Hand und brachte die eigene Partei, die CVP und die BDP auf Linie. Dass ihm die SVP folgen wird, war von vornherein klar, übererfüllte er doch zum Teil sogar deren Erwartungen.

Verloren hat dagegen die Verkürzung der Asylverfahren, denn beinahe keine der beschlossenen Massnahme hilft, die Verfahren zu verkürzen. Gewonnen hat dafür Philipp Müller, der ein starkes Signal ans bürgerliche Lager und auch an die SVP-Wähler sendet: “Es gibt wieder eine Alternative”.

Der gesellschaftsliberale Teil der FDP wird Philipp Müller die Zeit geben, um zu sehen, wohin sich die Partei entwickelt (bleibt ihr doch auch nichts anderes übrig, da sie offensichtlich eine Minderheit in der Partei ist). Aber Philipp Müller wird liefern müssen, wenn er der Chef des bürgerlichen Lagers sein will. Er hat heute im Parlament hohe Erwartungen geweckt und entgegen einer SVP, wird er sich nicht auf wenige Themen beschränken können. Die FDP hat eine grössere Verantwortung.

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