Eigentlich geht es um die Unabhängigkeit der Nationalbank

Dass Oswald Grübel und Christoph Blocher die verfolgte Politik der Nationalbank kritisieren, ist wenig überraschend. Christoph Blocher ist die Unabhängigkeit der Nationalbank seit längerer Zeit ein Dorn im Auge und Oswald Grübel scheint sowieso alle Interventionen, die den freien Markt in irgendeiner Weise beeinflussen, grundsätzlich abzulehnen. Dass die UBS – hätte der freie Markt tatsächlich gespielt und die Nationalbank nicht rettend eingegriffen – heute Geschichte wäre, ist bei ihm vielleicht schon vergessen gegangen. Seltsam mutet aber die neueste Kritik des Gewerbeverband-Direktors Hans-Ulrich Bigler an der Mindestkurspolitik der Nationalbank an. Niemand hat behauptet, dass die Verteidigung dieses Mindestkurses zum Euro gratis und einfach ist. Beim ersten richtigen Sturm soll die Nationalbank nun ihre Strategie über den Haufen werfen, dies würde ihre Glaubwürdigkeit massiv beschädigen und wäre gleichzeitig ein riesiger Rückschlag für unsere Exportwirtschaft. Es ist kein Geheimnis, dass die EU unser wichtigster Exportmarkt ist. Was darum eine Aufgabe des aktuellen Mindestkurses durch die Nationalbank bedeuten würde, brauche ich wohl nicht weiter auszuführen. Mir scheint die aktuelle Strategie der Nationalbank derzeit der vernünftigste Weg zu sein, um einerseits eine gewisse Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit für unsere Unternehmen zu garantieren und andererseits das Risiko nicht in unkalkulierbare Sphären wachsen zu lassen.

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