Mehr Geld für nationale Sportanlagen - Bravo, bravo, bravo!

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Der Nationalrat hat heute soeben beschlossen, dass der Bund (neu) Investitionen in nationale Sportanlagen mit rund 70 Millionen CHF mitfinanzieren soll.

Diesbezüglich gibt es von meiner Seite her ein grosses BRAVO!

Ich wohne selbst in Nidau (bei Biel), bin nebenberuflich Tennislehrer und Wettkampfspieler und kenne demnach das Nationale Leistungszenter "SwissTennis" ein bisschen.

Ueli Maurer's Aussage nach ist die Schweiz in Sache Sportstätten noch "ein Entwicklungsland". Dies empfinde ich persönlich ein bisschen weniger extrem, doch es muss mehr in den Sport investiert werden.

Am Beispiel "SwissTennis" und "Bollettieri Tennis Academy" (welche ich selbst besucht habe) möchte ich zwei bedeutende Sportstätten miteinander vergleichen und Ihnen die Verhältnisse im Ausland und in der Schweiz, sowie der Grund für die Erhöhung der Gelder aufzeigen:

IMG - Bollettieri Tennis Academy, Florida

Über 70 Hart- und Sandplätze, mehrere tausend Schüler in diversen Sportarten (unter anderem auch Tennis), mehrere hundert Angestellte, sowie eine eigene Infrastruktur (Hotels, Bars, Restaurants, Fitness-Center, Spital, Betrauungscenter, Schulen, usw.) - alles auf einer Anlage.
Die IMG Academy ist eine reine Geldmaschine mit Millionengewinnen, welche zudem riesige Steuereinnahmen für den Staat produziert und auch mehreren hundert Menschen einen Job gibt - vom Putzpersonal, über den Betreuer bis zu den Coaches und Coach-Legenden (wie Nick Bollettieri) selbst.
Kinder und Jugendliche können dort täglich professionell trainieren und trotzdem einen Mittelschulabschluss (wie bei uns das Gymnasium) machen. Dutzende von Profis wie die Williams-Schwestern, Ryan Harrison, Andre Agassi, Tommy Haas, Maria Sharapova, Kei Nishikori und co. hat die Academy bereits hervorgebracht.

Mehr Eindrücke gibt es hier.

SwissTennis - Nationales Leistungszentrum, Biel/Bienne

Eine Hand voll Hallen- und Aussenplätze, einige wenige (National)Trainer und ein paar Dutzend (zukünftige) Profisportler, ein eigener Fitnessraum, die Verwaltung und ein Restaurant - das ist das SwissTennis Center. Hier trainieren die landesweit besten jungen Spielerinnen und Spieler. Die Kader sind eng begrenzt, nur die besten der besten werden finanziell unterstützt und Viele müssen das Training aus eigener Kraft bezahlen. Ein Ganztagesprogramm wird nur den Profis oder absoluten Ausnahmetalenten (Privatschule mit speziellem Einzelunterricht) zur Verfügung gestellt. Die neu gegründete SwissTennis-Academy unterrichtet nun neu seit einigen Jahren auch keine Profispieler, sprich ambitionierte und talentierte Wettkampfspieler, welche zum Beispiel das Sportgymnasium absolvieren.

Das Angebot, die Infrastruktur und der Prestigeerfolg sind natürlich nicht mit jenen Faktoren der IMG Academy vergleichbar - und dennoch leistet SwissTennis eine qualitativ hochwertige Arbeit. Durch den kleineren Rahmen können die SpielerInnen individueller gefördert und gefordert werden. Ehemalige Profis wie Yves Allegro und vollberufliche Trainier in sämtlichen Bereichen arbeiten im nationalen Leistungszentrum - ein ausgesprochen gutesAngebot, welches nun weiter ausgebaut wird.

Bis anhin mussten die SpielerInnen (wenn sie nicht aus der Region stammen) in einer Villa am anderen Ende der Stadt übernachten - neu baut SwissTennis nun eine Art Hotel mit rund 70 Betten direkt auf dem angrenzenden Gelände zwischen Center und Tennisplätzen. Dies wertet den Standort und die Academy ungemein auf, denn so kann der Alltag viel einfacher organisiert werden - und - auch für ausländische SpielerInnen wird SwissTennis attraktiver, indem zum Beispiel geschlossene Lager durchgeführt werden können. Dieser Ausbau ist ein Beispiel, wohin das Geld des Bundes fliessen kann (in diesem Fall sind es rund 1.5 Millionen CHF).

Das bekannteste Talent von SwissTennis kennt mittlerweile die ganze Welt - es ist (natürlich) Roger Federer, welcher für Jahre hier in Biel trainiert hat. Einige Impressionen zu SwissTennis erhalten Sie hier.

Sport fördert die Gesundheit, die Zufriedenheit und Sport verbindet - Letzten Endes ist Sport auch ein prägender Faktor unserer Kultur und Gesellschaft und kann demnach auch für wirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Ein Ausbau der Fördermassnahmen ist daher mehr als begrüssenswert, da darf man auch schon ein kleines bisschen jubeln.

Ein sehr guter Entscheid des Parlaments, welches den Betrag von 70 Millionen CHF um 20 Millionen mehr anhebt, als vom Bundesrat vorgeschlagen.

BRAVO!

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