305 Menschen. So viele hat Exit im vergangenen Jahr in den Freitod begleitet und die Mitgliederzahl wächst.

Im Kanton Waadt wird am 17. Juni über die Exit-Initiative abgestimmt, die den freien Zugang zur Sterbehilfe in allen subventionierten Pflegeheimen verlangt.

In den 70er Jahren, also bevor Exit gegründet wurde, war die Sterbehilfe noch illegal. Je mehr man sich damals mit dem Problem der Sterbehilfe befasste, desto schwieriger schien es, Regeln aufzustellen, die zugleich präzis und allgemein gültig waren. Den Arzt oder den Kranken an sich gab es nicht. Vielmehr gab es eine beschränkte Zahl von Ärzten, und ihre Möglichkeiten waren ebenfalls beschränkt, mussten sie doch eine Vielzahl praktischer Gegebenheiten berücksichtigen, die ihre moralische Entscheidungsfreiheit einengten. Das Verhalten des Arztes schwebte ja nicht im Raum der reinen Moral, sondern war von bestimmten sozialen Bedingungen abhängig und stieß sich an psychischen und sozialen Schranken aller Art.

Auch wenn vor 150 Jahren ein Mediziner Lebensverlängerung als höchstes Ziel der Heilkunst definieren konnte, stellt sich heute bei aussichtslosen Erkrankungen besonders im intensiv-medizinischen Bereich – je länger man es schafft, das Leben synthetisch zu verlängern oder aufrechtzuerhalten, desto nachhaltiger – die Frage, ob das,
was da erhalten wird, eigentlich noch „Leben“ ist im Sinne dessen, des Bewusstseins, Kommunikation, die Fähigkeit etwas zu Empfinden und Glück oder Freiheit weitgehend verloren hat.
Entscheidungen in Grenzsituationen stellen immer zugleich Wertmesser dar und Selbstbestimmung bedeutet die Möglichkeit, über die eigene Zukunft zu entscheiden.
Heute scheint es leichter zu sein, Gesetze zu erlassen, um einen Ausweg aus dieser Hölle zu finden.

Fraglich erscheint mir aber, ob man Komapatienten um jeden Preis jahrelang am Leben erhalten soll, da ja in solchen Fällen der Patient nicht in der Lage ist, selbst zu bestimmen, ob er sterben will oder nicht.

http://www.spiegel.de/video/video-50760.html

Natürlich könnte man das Sterben auch verbieten, wie hier

Freitod, durch Sterbehilfe heißt ja, selber entscheiden zu dürfen, seinen Qualen ein Ende zu setzen und ich persönlich würde das auch selbst entscheiden können.

17 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


zurück zum Seitenanfang
  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production