Managed Care - Pandora's Büchse?

Gewisse Aspekte von Managed Care machen auf jeden Fall Sinn und werden schon heute gelebt. So sehen in meinem Umfeld die meisten Leute den Hausarzt als erste Anlaufstelle. Zudem ist es wünschenswert, dass ein Austausch und Abstimmung zwischen verschiedenen behandelnden Ärzten erfolgt, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Andererseits, wenn man etwas Wiederkehrendes hat, bei dem man vom Hausarzt beispielsweise jeweils an den Dermatologen verwiesen wird, dann ist es günstiger, wenn man sich direkt an diesen wendet, anstatt noch einen Termin oder Anruf beim Hausarzt dazwischen zu schieben.

Ich sehe noch immer keine wirklich überzeugende Argumentationskette (inkl. Rechenbeispielen), wie Managed Care konkret die Gesundheitskosten insgesamt und im Einzelfall senken soll. Im Gegenteil, die Erstanlaufstelle Hausarzt hat bei mir in der Vergangenheit auch schon zu Mehrkosten geführt (Fehldiagnose, unwirksame Medikamente und letztendlich unnötig viele Arztbesuche).

Zudem sind die genauen Bedingungen von Managed Care nicht klar definiert. Wie viele Ärzte würde ein solches Netzwerk im Minimum umfassen? Was wäre, wenn ein Spezialist des Netzwerks im Urlaub oder über mehrere Tage / Wochen ausgebucht ist? (Bei (Haut)Krebs kann je nachdem jeder Tag zählen.) Was wären die Auswirkungen auf bestehende, langjährige Arzt-Patienten-Beziehungen? Müsste man allenfalls gar den Frauenarzt wechseln, nur weil dieser nicht im Netzwerk des Hausarztes ist?

Solange die Bedingungen und Auswirkungen nicht klipp und klar ersichtlich sind, lehne ich Managed Care klar ab!

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