Managed Care: Ideologisch überladen und missbraucht

Das Ärztenetzwerk- Konzept ist grundsätzlich eine hervorragende Idee. Was für Bauern, die sich zu Genossenschaften zusammenschliessen, gut ist, sollte auch bei den Ärzten funktionieren und zu echten Einsparungen führen. So gesehen, müsste jeder ökonomisch denkende Bürger der Vorlage für Ärztenetzwerke, die unter dem Namen Managed Care daherkommt, zustimmen. Leider kann er das nicht, denn die Vorlage wurde von der Rechtskoalition ideologisch überladen und missbraucht. Dazu zwei Beispiele:

· Anstatt die Einsparungen jenen zukommen zu lassen, die einem Netzwerk beitreten wollen, werden jene massiv zur Kasse gebeten, die entweder kein Netzwerk wollen oder gar nicht die Möglichkeit haben, einem solchen beitreten zu können. Wer also keinem Netzwerk beitreten kann oder will, wird gezwungen, eine Mindestfranchise von 1000 statt wie bisher 500 Franken zu akzeptieren. Ebenfalls wird der Selbstbehalt auf 20% verdoppelt. Diese Verdoppelung der Kosten ist unsozial und inakzeptabel.

· Die Krankenkassen erhalten mit der Vorlage eine nichtakzeptierbare Möglichkeit, Einfluss auf die Entscheidungen der Ärzte zu nehmen. Mit der von den Kassen aufoktroyierten Budgetierung könnten die Ärzte in Versuchung kommen, notwendige, aber leider teuere Behandlungen zu unterlassen, da sie sonst finanziell belastet würden. Auch ältere Patienten oder Chronischkranke werden durch diese Kassenbevormundung gefährdet, denn solche Patienten kosten natürlich mehr als die sogenannt guten Risiken. Auch das könnte dazu führen, dass diese Patienten bei den Netwerken nicht willkommen sind.

Aus den oben genannten und belegten Gründen muss die Managed Care Vorlage in dieser Form abgelehnt werden. Das wird das Parlament und den Bundesrat dazu führen, eine soziale Netzwerkvorlage auszuarbeiten, die nicht ideologisch überfrachtet ist.

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