- Wie wir mit unseren Nahrungsmitteln umgehen -

Laut aktuellen Zahlen der Caritas leben in der Schweiz fast 900'000 Menschen in Armut. Rund 260'000 davon sind Kinder. Als arm gelten Eltern mit zwei Kindern, die weniger als 4600 Franken pro Monat zur Verfügung haben – oder Alleinerziehende mit zwei Kindern, die über weniger als 3800 Franken monatlich verfügen.

Die häufigsten materiellen Entbehrungen betrafen 2010 die Unmöglichkeit eine unerwartete Ausgaben in der Höhe von 2000 Franken zu tätigen (21,3% der Bevölkerung), gefolgt von Entbehrungen die Wohnsituation betreffend (17,3% der Bevölkerung leben in einem lärmigen Quartier, 13,6% in einem von Kriminalität belasteten Quartier und 9,8% in einem Quartier mit Umweltbelastungen).

Die neuste Armutsstatistik wird derzeit überarbeitet, um die Quoten für die ganze Bevölkerung auf der Basis einer optimierten Berechnungsgrundlage auszuweisen.

Annähernd 250'000 Tonnen -, die noch ess- und geniessbar wären. Die Coop und Migros entsorgen je ca. 4 % aller genießbaren Lebensmittel nach Ladenschluss im Abfallcontainer, darunter auch leicht eingedrückte Konserven, die noch über ein Jahr haltbar wären.

Schweizer Haushalte werfen pro Jahr 800'000 Tonnen tadellose Lebensmittel weg, was in etwa ein Viertel der gekauften Ware entspricht. Die Produktpalette reicht von 1 kg. Broten über vakuumverpacktes Biofleisch bis hin zu nicht verbrauchten Fertiggerichten.

Nicht nur Hördöpfel, auch viele andere Lebensmittel werden auf dem Weg, vom Produzent in den Supermarkt nach Kriterien aussortiert. Krumme Rüebli werden entsorgt, weil der Verbraucher sie nicht gut schälen kann (dabei befinden sich die meisten Vitamine unter der Haut), verbogene Gurken haben es schwer, weil sich die Geraden leichter verpacken lassen. Für Äpfel, Salate, Tomaten und andere umsatzstarke Obst- und Gemüsesorten gelten außerdem die Vermarktungsnormen - swisscofel, die ebenfalls vor allem ästhetische Kriterien wie Größe und Form festlegen. Und so schafft letztendlich nur das optisch einwandfreie Obst und Gemüse bis in den Supermarkt - in einem verschwenderischen Schönheitswettbewerb - der auch von den hohen Ansprüchen der Verbraucher beeinflusst wird.

Die Gastronomie und die Nahrungsmittelindustrie mussten ab Mitte 2011 für rund 200'000 Tonnen Küchenabfälle eine neue Verwendung finden, als das verfüttern von aufbereiteten Küchen- und Speiseresten an Schweine (Schweinesuppe) verboten wurde. Heute wird dieser Nahrungsabfall zur Produktion von Biogas und Kompost genutzt.

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