Warum soll die integrierte Versorgung, die Behandlungsfehler reduziert, Doppelspurigkeiten minimiert und zu Kosteneinsparungen führt, nicht Standard sein?

Die am 17. Juni zur Abstimmung stehende Vorlage zur Förderung der integrierten medizinischen Versorgung ist nach acht Jahren politischen Debatten ein Mini Reförmchen. Ein typisch schweizerischer Kompromiss eben und doch ist dieser trotz hoher Zustimmung im Parlament wieder heftig umstritten. Umso rätselhafter ist dies, weil beinahe alle Politiker die Vorteile von Managed Care postulieren und sich das Modell in langjähriger Praxis von HMO und Hausarztmodellen schon bewährt hat. Warum soll die integrierte Versorgung, die Behandlungsfehler reduziert, Doppelspurigkeiten minimiert und gleichzeitig zu Kosteneinsparungen führt, nicht zum Standard werden? Wer sich die freie Arztwahl erhalten möchte, der kann dies gegen einen Aufpreis auch weiterhin. Das obligatorische Krankenversicherungsgesetz KVG soll einen Grundbedarf abdecken und die freie Arztwahl gehört meines Erachtens nicht dazu. Die Gegner der Vorlage reden natürlich von Qualitätseinbussen und Zweitklassenmedizin. Nun die Zweiklassenmedizin ist heute schon Realität und wenn Ärzte mit einer Budgetverantwortung nicht trotzdem die beste Qualität liefern können, dann frage ich mich, wie dies alle anderen Berufsbranchen tagtäglich tun können? Die Vorlage vom 17. Juni ist ein Schritt in die richtige Richtung für ein Gesundheitssystem, welches heute zwar gute Qualität liefert aber so teuer geworden ist, dass immer Menschen die Prämien nicht mehr bezahlen können.

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