NEIN zu BTS/OLS Wenige Themen lassen schon Monate vor der Abstimmung die Emotionen hochkochen. Das Strassenprojekt BTS/OLS im Thurgau ist so eines.

Ein Projekt sollte man dann annehmen, wenn Handlungsbedarf besteht und die Vorteile des Projektes gegenüber den Nachteilen stark überwiegen. Was das Projekt BTS/OLS angeht, so überwiegen die Nachteile bei weitem.

Die Befürworter streichen den wirtschaftlichen Nutzen einer neuen Strasse hervor. Man könnte meinen, dass die lokale Wirtschaft automatisch zu boomen begänne, sobald eine neue Strasse gebaut wird. Dass dem nicht so ist, ist durch Studien hinlänglich belegt. In einer Umfrage nannten Oberthurgauer Unternehmer den Faktor „Erreichbarkeit von Zürich mit dem Auto“ erst auf Rang 17. Andere Faktoren wie „Unternehmerfreundliche öffentliche Verwaltung“ spielten eine viel grössere Rolle. Auch die Nähe zu einem Autobahnanschluss liegt mit Rang 9 auf einem sehr schlechten Platz. Es lässt sich also festhalten, dass sich der wirtschaftliche Nutzen des Projektes BTS/OLS stark in Grenzen halten würde. Bestenfalls wäre ein kleiner Nutzen denkbar.

Ein zweites Ziel des Projektes ist es, Dörfer und Städte vom Verkehr zu entlasten. Das ist zweifelsohne ein gutes Ziel, allerdings ist weder die BTS noch die OLS dazu geeignet, das Problem zu lösen. Im Gegenteil. Im Moment leidet die Region Weinfelden-Amriswil hauptsächlich an Ziel-, Quell-, und Binnenverkehr. Transitverkehr ist in der Region quasi inexistent, aber gerade darauf zieht das Projekt ja ab: Den Transitverkehr aus den Dörfern zu holen. Doch wie, wenn da gar kein Transitverkehr ist? Zudem wäre die BTS geradezu eine Einladung für den Ost-West-Transit. Mit deutlich weniger Steigung als die Autobahn zwischen Winterthur und Rorschach und fast gleicher Länge, wäre die BTS sehr attraktiv für LKW-Fahrer. Die BTS würde also eher neue Probleme schaffen, als die bereits bestehenden lösen, indem sie sogar noch mehr Verkehr in den Thurgau holen würde.

Des Weiteren ist eine nicht-richtungsgetrennte Hochgeschwindigkeitsstrasse enorm gefährlich. Es ist erwiesen und physikalisch nachvollziehbar, dass die Unfallschwere bei Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h massiv höher ausfällt als bei 80 km/h. An anderen Orten in der Schweiz werden solch gefährliche Strecken zurückgebaut. Wieso also sollten wir eine neue Strasse dieser Art bauen?

Deshalb: Dass Handlungsbedarf besteht, rechtfertigt noch lange nicht eine immens gefährliche Strecke, die kaum wirtschaftlichen Nutzen bringt. Auch das zweite Ziel, die vom Verkehr stark belasteten Dörfer und Städte zu entlasten, wird durch BTS/OLS nicht erreicht werden. Deswegen NEIN zu BTS/OLS.

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