Marketing-Tipp Nr. 1: Sind Sie schon auf Facebook?

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Die Welt befindet sich bekanntlich in einem ungebremsten Wandel. Alte Kulturen und Sprachen gehen täglich verloren, der Urwald wird abgeholzt, im Nahen Osten herrscht Krieg, neue Technologien werden entwickelt - die Erde dreht sich. So unterschiedlich grosse Ereignisse auch sein mögen - nur wenige verändern die Art wie wir denken und leben.

Ein solches Ereignis fand am 4. Februar 2004 statt. Dieses Datum sollte Ihnen kaum bekannt oder speziell erscheinen - ganz anders als zum Beispiel 9/11 - und doch werden Sie sich gleich an die Stirne schlagen. Denn an diesem Tag wurde Facebook gegründet, respektive die Plattform wurde ein erstes Mal aktiviert. Der 4. Februar - ein Tag, welcher unsere Geschichte grundlegend veränderte - ein Datum, welches Sie spätestens morgen Morgen (wenn nicht bereits am Ende dieses Textes) wieder vergessen haben werden.

Facebook hatte ursprünglich das Ziel, Studenten der Harvard-University eine Plattform zu bieten, auf welcher man sich austauschen konnte. Yahoo bot einst sagenhafte 1 Milliarde Dollar für den Kauf von Facebook - während einer Zeit, wo Mark Zuckerberg noch 23 Jahre alt war und Facebook "nur" einige Millionen Benutzer hatte. Er lehnte ab. Ein paar Jahre später bot Microsoft 15 Milliarden - abgeschmettert.

Der Börsengang von Facebook steht nun im Jahr 2012 kurz bevor - am Freitag ist es so weit. Experten rechnen mit einem Börsenwert nahe der 100 Milliarden Dollar Marke. Heute, kurz vor diesem Börsengang, kennen wir Facebook vor allem aus dem Privatgebrauch - es ist eine Plattform um sich auszutauschen, neue Sachen zu entdecken und sich selbst im Internet zu präsentieren. Über 900 Millionen Benutzer, also rund 1/9 der Erdbevölkerung (!!!) zählt das Netzwerk heute.

Nun, was hat Facebook nun mit Marketing zu tun?

Extrem viel - wahnsinnig viel. Innert weniger Jahren hat sich unsere Welt verändert.

Sind Sie ein Unternehmer?

Nun, Sie werden wohl auf Ihre Mitarbeiter regelmässig ein Auge werfen (müssen) - denn besonders an Computern ist die Möglichkeit Facebook aufzusuchen nur wenige Mausklicks entfernt - und die Versuchung ist demnach schier unbezwingbar gross. Und selbst wenn Facebook als Seite auf Ihren Firmencomputern gesperrt wurde - das iPhone hilft im langweiligen Büroalltag gerne aus - übrigens auch während langweiligen Schulstunden.

Als das Netzwerk vor einigen Wochen auch wenn nur für wenige Stunden "down" war, stieg die Produktivität in den Betrieben massiv an. Trotzdem; Sie sollten sich nun nicht über Facebook aufregen. Schlagen Sie Kapital aus diesem Zustand: Besonders die junge Generation wird von einem Drang, wenn nicht einer regelrechten Sucht dazu geleitet, die Seite mit dem blauen Design möglichst häufig aufzusuchen.

Dies hat zur Folge, dass Facebook vor allem durch die Werbung Milliardengewinne einfährt. Weiter wird durch die Aktivität der Nutzer automatisch eine Art Raster erstellt: Vorlieben, Aktivitäten, Orte, Geschlecht, Alter, usw. werden automatisch erfasst und zusammengetragen. Und so kann auf jeden einzelnen Nutzer die perfekte Werbung zusammengestellt werden, welchen ihn auch möglichst interessieren wird.

Dies steht im krassen Gegensatz zur herkömmlichen Werbung, denn auf Facebook wird dem Konsument ausschliesslich Werbung präsentiert, die ihn auch interessiert.

Als Unternehmer sollten Ihre Augen nun glänzen. Habe ich Ihr Interesse geweckt? Nun, es wird noch besser.

Auf Facebook können Sie nämlich nicht nur als Privatperson agieren - Sie können auch Seiten und Gruppen erstellen. Praktisch jede grössere Firma hat heute bereits eine eigene Facebook-Seite - eine Art eigene, kleine Webseite. Sie können dort Medien hochladen, Beiträge und Blogs erstellen, Links posten, usw. - kurz und knapp: Sie können Ihr Unternehmen kinderleicht und vor allem gratis präsentieren.

Nun, das "Problem" bei herkömmlichen Webseiten ist die Interaktivität. Man muss den Link der Webseite erst kennen, um überhaupt zu ihr zu gelangen. Facebook kennt dieses Problem nicht - denn Facebook ist interaktiv. Ein einziger Klick auf den "Like-Button" genügt und man kann als Konsument von nun an allen Ihren Aktivitäten folgen. Und das beste: Man kann damit kommunizieren. Facebook-Nutzer sehen, wenn Freunde mit Ihrer Seite kommunizieren (zum Beispiel indem Sie einen Beitrag liken, kommentieren oder teilen). So erreichen Sie nicht nur jene Personen, welche Ihre Seite "liken", sondern auch deren Freunde und so weiter.

Weiter können Sie auf Facebook Werbeanzeigen erstellen und dies für wenige Franken am Tag. Sie können diese auf Ihre Interessengruppe abstimmen, um die Wirksamkeit zu erhöhen. Diese Werbeanzeigen erscheinen dann rechts in der Seitenleiste der potentiellen Zielpersonen wie oben beschrieben.

Und zu guter Letzt können Sie auch Ihre "normale" Webseite mit Facebook verlinken. Personen, welche Facebook nutzen, aber Ihre Seite nicht kennen werden auf Facebook den Link sehen - und so auf Ihre Webseite gelangen. Und umgekehrt können Sie einen sogenannten "Feed" auf Ihrer Webseite einrichten, das heisst: Auf Ihrer Webseite können Sie eine Art Ticker errichten, wo alle Seitenbesucher die neusten Aktivitäten auf Facebook sehen können. Sie können dieses Kästchen auch erweitern und zum Beispiel den "Like-Button" direkt hinzufügen und zudem durch mini-Profilbilder angeben, wem sonst noch Ihre Seite gefällt. Diese Funktion nennt man "Widget"

Sie können auch Veranstaltungen erstellen und direkt auf Facebook Gäste einladen - dies kann eine regelrechte Sogwirkung zur Folge haben. Die zum Beispiel mittlerweile sehr bekannten Occupy-Bewegungen oder Protestaktionen bezüglich des Arabischen Frühlings wurden oftmals sehr spontan einfach auf Facebook geplant und koordiniert.

Sie können auch Umfragen erstellen und Diskussionen starten. Mit einem einzigen Bild und einer einzigen Frage ("wie gefällt euch das?") können Sie für Furore sorgen und durch die Reaktionen ableiten, ob eine Strategie, ein Produkt oder ein Event erfolgreich sein könnte oder nicht. Oder Sie können Spannung erzeugen, indem Sie Ausschnitte eines neuen (begehrten) Produkts zeigen ("bald ist es so weit!").

Sie sehen - die Möglichkeiten sind schier grenzenlos und mit Ausnahme der Werbeanzeigen komplett gratis.

Seiten wie...

...haben je nach Bekanntheitsgrad und Verbreitung mehrere 10'000, 100'000 oder sogar mehrere Millionen "Likes" - also Personen, welchen das Unternehmen gefällt. Mit wenigen Klicks können Sie so ein grösseres Publikum erreichen, als mit allen (schweineteuren) Werbemassnahmen zusammen (TV, Kino, Flyer, Plakate).

Viele Unternehmen, welche stark vom Internet abhängig sind (Designer, Online-Plattformen, Informatiker, usw.) haben oftmals eben gerade dank Facebook an Bedeutung gewonnen.

Ich muss Ihnen deshalb die Frage stellen: Sind Sie bereits auf Facebook? Eine einfachere, effektivere und trendigere Möglichkeit um Ihr Unternehmen zu präsentieren und zu vermarkten als werden Sie wohl nicht finden.

Aber weshalb das Ganze auf die Wirtschaft und Unternehmen beschränken? Sie können die Facebook-Seiten auch anderweitig nutzen. Zum Beispiel für einen Sportverein. Falls Sie Lehrer sind, können Sie eine eigene Seite für Ihre Klasse oder Schule erstellen und so mit Ihrer Klasse kommunizieren. Als Politiker dürfen Sie im Wahlkampf natürlich auch nicht auf eine eigene Facebook-Seite verzichten.

Sie können Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Probieren Sie's einfach aus ;)

Nun noch ein kleiner Gedächtnis-Test: Facebook hat unseren Lebensstil verändert. Womöglich werden Sie Ihr Unternehmen durch eine eigene Seite deutlich aufwerten können.

Aber wann genau wurde Facebook gegründet? :)

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