Den Lohn der Politiker erhöhen?

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Anlässlich des "Tags der Arbeit" wird im Lande wieder einmal heiss über die Arbeitsbedingungen diskutiert und auch demonstriert. Keine schlechte Sache, denn wir sind alle an möglichst guten Arbeitsbedingungen (hoher Lohn, viele Ferien, sichere Stelle) interessiert.

Im Unterschied zu den Linken beziehen wir die Situation aus Sicht der Wirtschaft und der Unternehmer mit in unsere Lösungsvorschläge mit ein. Mindestlöhne, 6 Wochen Ferien für alle und die 1:12 Initiative wären Gift für die Wirtschaft, so löblich die Absichten der Initianten auch sind.

Doch anlässlich des "Tags der Arbeit" kommen wir doch auch einmal auf die Arbeit der Politiker zu sprechen. Diese werden ja bekanntlich nicht aus den Geldbeuteln der Wirtschaft bezahlt (sprich: sie erhalten ihren Lohn nicht durch die Realwirtschaft), sondern sie werden vom Staat (also durch unsere Steuern) bezahlt.

In wirtschaftlichen Krisenzeiten wollen vor allem Linke Kreise den eigenen Lohn weiter erhöhen, währenddem man in der Realwirtschaft um seinen Lohn und mancherorts sogar um die eigene Stelle bangen muss.

2004 wurde die "200'000 Franken sind genug"-Initiative vom Volk mit deutlichen 57,14% Ja-Stimmen angenommen. Das Volk hat somit klar und deutlich gesagt, dass ein Gemeinderat nicht mehr als 200'000 CHF im Jahr verdienen soll - in Anbetracht des ohnehin bereits sehr hohen Lohns und womöglich auch anderen Tätigkeiten kann man sich nach einer Legislatur in vielen Fällen schon als Millionär bezeichnen. Als Politiker lebt man, selbst auf lokaler Ebene, äusserst gut in der Schweiz.

Der rot-grün dominierte Berner Gemeinderat will nun jedoch sein eigener Lohn um satte 9% erhöhen - Alexander Tschäppät, Berner Stadtpräsident, will seinen Lohn sogar um 13.7% anheben !!! Dies obwohl er letzten Herbst (wieder) in den Nationalrat gewählt wurde. Die 120'000-140'000 CHF Entlöhnung aus dem Parlament reicht dem Stapi wohl noch nicht - nein, auch für sein Stadtpräsidentenamt will er noch einmal abkassieren. Der Volkswille wird einmal mehr krass missachtet, wenn er nicht dem eigenen Gusto entspricht. Einziger Trost - auch bei diesem Geschäft wird das Volk das letzte Wort haben. Dennoch, alleine der Versuch sagt ziemlich viel über die innerliche Haltung aus.

Interessant, dass Herr Tschäppät Platz 11 der Absenzen im Nationalrat erreicht - da hat sich wohl jemand ein bisschen zu viel Arbeit vorgenommen, der man nicht mehr nachkommen kann... Und deshalb soll nun der Lohn noch einmal erhöht werden? Nein, das ergibt einfach keinen Sinn.

Auch Hans Grunder und Ulrich Giezendanner sind weit oben auf der Liste - Ihre Absenzen begründen sie mit ihren unternehmerischen Tätigkeiten - auch das finde ich nicht ok. Entweder hat man genug Zeit für den Job als Parlamentarier oder man hat die Zeit nicht und stellt sich demnach auch nicht zur Wahl zur Verfügung.

Übrigens: Auch auf nationaler Ebene sehnen sich die Linken nach mehr Lohn - das Geschäft wurde vom Nationalrat haarscharf abgelehnt (ironischerweise wohl auf Grund vieler Absenzen im Mitte-Links Lager und einer geschlossenen Mitte-Rechts Allianz). Amüsant: Herr Tschäppät war bei dieser Abstimmung abwesend...

Von Linken Kreisen hört man oft den Begriff "Abzocker" - ja wer sind sie denn, die Abzocker? CEO's von international erfolgreichen Unternehmen, welche durch ihre Steuern Milliardengewinne für den Staat und tausende von Jobs generieren und sich dafür einen höheren Lohn geben oder sind es wohl die Politiker, welche für Ihre Absenzen noch höhere Löhne fordern, welche zu 100% vom Volk zwangsweise bezahlt werden müssen?

Die Entscheidung liegt bei Ihnen... ;)

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