Ein Staatsfonds zur Verteidigung der EUR/CHF-Untergrenze!

Im Finanzuniversum nehmen die Sovereign Wealth Funds (Staatsfonds) einen immer wichtigeren Platz ein. Staatsfonds gibt es in den Ölstaaten, in Singapur, China, Hongkong, Südkorea, Russland, aber auch in Norwegen, Irland und Australien. Mit Ihren Aktienengagements halten diese Fonds rund 4 Prozent aller kotierten Unternehmen.

Mit der Festlegung einer Untergrenze für den Wechselkurs EUR/CHF wurde in der Schweiz der reine Wähungsfloat ausgeschlossen. Damit ergeben sich aus ökonomischer Sicht folgende Hauptmotive für den Aufbau eines Staatsfonds in der Schweiz:

Unterstützung der Nationalbank bei der Verteidigung der EUR/CHF-Untergrenze
Wenn die in EURO gehaltenen Devisenreserven der Schweiz als exzessiv beurteilt werden, legen die Zins- und Eurorisiken portfoliotheoretisch eine globale Streuung des staatlichen Geldvermögens nahe sowie eine teilweise Umwandlung in Sachvermögen. Geldpolitisch lassen sich die exzessiven Devisenreserven nicht mehr durch Sterilisierung der Devisenmarktinterventionen eindämmen, da illiquide lokale Finanzmärkte und Konjunktureffekte eine entsprechende Reduktion des Inlandskredits verbieten. Das impliziert ein Aufwertungsdruck. Investitionen im Ausland würden die Realaufwertung dämpfen. „Mittels eines Staatsfonds könnte die Schweiz ihre Versorgung mit Energie und Rohstoffen sichern. Neben der Nationalbank sollten sich auch Pensionskassen und Hedge Funds an einem solchen Fonds beteiligen“ (avenir aktuell, Mai 2010)

Wirtschaftliche Diversifikation und Effizienzgewinne
Der durch die Überschüsse in der Finanzbranche erzeugte Aufwertungsdruck erzeugt in der Schweiz Wettbewerbsdruck auf die übrigen Wirtschaftssektoren. Mit einem Staatsfonds könnte die industriellen Sektoren der Schweiz gestützt werden.

Vorsorge für alternde Gesellschaft und zukünftige Generationen
Um die sozialen Verpflichtungen auch bei einer restriktiveren Einwanderungspolitik erfüllen zu können, wäre ein Staatsfonds mit globalen Realinvestitionen ein geeignetes Instrument. (Basierend auf Prof. Dr. Helmut Reisen „Staatsfonds aus entwicklungsökonomischer Sicht“, in „Die Volkswirtschaft“ 7/8-2008, Seite 27).

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