Wer "A" sagt, muss auch "B" sagen!

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Ein bekanntes Sprichwort besagt:

- "Wer "A" sagt, muss auch "B" sagen."

Das Parlament hat nun im vergangenen Jahr "A" gesagt - die Schweiz will mittelfristig aus der Atomenergie aussteigen. Diesen Grundsatzentscheid unterstütze ich persönlich im Prinzip.

Ich bin sehr, sehr selten mit den Ökofreaks einig, doch in diesem einen Punkt haben sie leider grösstenteils recht: Die Atomtechnologie ist erwiesenermassen nicht sicher und die Probleme und Gefahren werden vertuscht.

Man hat also nun "A" gesagt. Nun müssen unsere Regierungen in den Kantonen aber auch "B" sagen - mit anderen Worten: Wir müssen nun diese zukünftige Stromlücke schliessen und zwar nicht durch Importe und auch nicht durch Gaskombikraftwerke, sondern durch Energieeffizienz und durch erneuerbare Energien.

Ich möchte ein zentrales Argument der rechtsbürgerlichen hervorheben:

- Der Atomausstieg wird in dieser Zeitspanne nicht möglich sein, weil sich Linke und Umweltverbände selbst widersprechen und nicht mit realistischen Zahlen arbeiten.

Bei rotgrün kochen durch solche Aussagen schnell einmal die Emotionen hoch.

Die Linken sind Weltmeister im Schönreden, Fakten verdrehen und Traumvorstellungen real werden zu lassen. Hoffentlich haben Sie die Anspielung erkannt - genau diesen Vorwurf, welche vor allem der Linken vorgeworfen wird, muss sich die Rechte nun selbst gefallen lassen.

Wenn man die rosa Brille aber einmal abnimmt, dann sieht die reale Welt aber eben wie folgt aus:

Pro-Natura will eben erst neu gebaute Kleinwasserkraftwerke zurückbauen (hallo ?!), was weder wirtschaftlich, noch energetisch Sinn ergibt. Derweilen will man (so scheint es) sämtliche AKWs unverzüglich vom Netz nehmen und mit erneuerbaren Energien innert ein paar Jahren ersetzen. Die Realität sieht eben anders aus (siehe Links oben).

Wenn wir tatsächlich aus der Atomtechnologie aussteigen wollen, dann wird man es halt auch in Kauf nehmen müssen, dass innert wenigen Kilometern am selben Fluss mehrere Kleinkraftwerke stehen und weiter neue dazu kommen. Für die Fische und für die Natur wird dies halt auch Konsequenzen haben. Man muss akzeptieren, dass Windräder die Landschaft verändern und auch Geräusche machen. Man muss akzeptieren, dass Solarpanels das Erscheinungsbild eines Hauses und in grossen Massen das Erscheinungsbild ganzer Quartiere verändern.

Scheinbar kommt an genau dieser Stelle dann das "aber...!" In diesem Thema gibt es jedoch kein "aber". Die Ablehnung der Bausparinitiative war genau so schädlich, wie die Haltung der Umweltverbände in diversen Projekten erneuerbaren Energien.

Scheinbar sind die Rechten genauso unfähig über ihren eigenen Schatten zu springen (und endlich einzugestehen, dass die Atomtechnologie auf Dauer keine Lösung ist), wie die Umweltverbände (welche sich ironischerweise ihre Ziele selbst zerstören).

Wie um alles in der Welt sollen wir so von der Atomenergie weg kommen? Die Rechten würden es wohl auch nach einer weiteren Atomkatastrophe nicht verstehen und Rotgrün scheint im Matheunterricht nicht aufgepasst zu haben, denn 1% ist nicht gleich 40%

Bis man diesen Tatsachen endlich ins Auge sieht werden wir weiterhin Atomstrom produzieren und beziehen. Und für diesen Fall möchte ich AKWs, welche das Risiko eines Unfalls minimieren - Schrottmeiler wie Mühleberg sind da ganz genau am exakt falschen Platz. Bis Rotgrün ihre Erneuerbaren auf 40% hochgeschraubt haben, muss die Versorgungssicherheit garantiert werden und dies sollte aus meiner Sicht leider durch eine weitere AKW-Generation geschehen.

Oder wollen Sie Mühleberg und Beznau lieber noch 30 Jahre laufen lassen?

Eine andere Option - ausser Importen aus selbiger Quelle (oder noch schlimmer; aus Gaskombikraftwerken und Kohlekraftwerken) - haben wir nicht!

2 Kommentare


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