Laisser faire... Und dann? - Die Sportstadt Biel ist ernsthaft gefährdet!

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Gesamtsituation
_________________

Einmal mehr entpuppt sich die rotgrüne Mehrheit in des Bieler Stadtparlaments einschliesslich Regierung als absolut unfähig.

Biel ist seit langem für die hohe Kriminalität, hohe Arbeitslosigkeit/Sozialhilfequote und für eine völlig fehlgeleitete Verkehrspolitik bekannt.

Die Stadt schrieb auch im Jahr 2011 tiefrote Zahlen, man war satte 17 Millionen CHF im Minus.

Trotz diesen Umständen scheint die Regierung keine Anstalten zu machen Prioritäten zu setzen und die Missstände endlich anzugehen.

Ausgabefreudigkeit
____________________

Das 300-400 Millionen CHF teure Prestigeprojekt "Regiotram" und das wegen den archäologischen Ausgrabungen auf der Kippe stehende "AggloLac"-Projekt (bei welchem die Finanzierung ebenfalls mehr als unsicher ist) werden intensiv weiterverfolgt. Für "AggloLac" wurden bereits 800'000 CHF für Machbarkeitsstudien und Abklärungen ausgegeben, weiter kommen 100'000 CHF Ausgaben für einen "Berater" hinzu, sowie in naher Zukunft wohl noch weitere Nachkredite. Abziehen kann man lediglich 200'000 CHF der Auszeichnung für eines "der 3 innovativsten Projekte zur Förderung des Wohnkanton Berns".

Weiter ist die Planung für den extrem teuren Westast der Autobahnumfahrung noch nicht ansatzweise fertig gestellt (das Verkehrschaos in der Stadt macht sich je länger je mehr bemerkbar), die Sanierung vieler Schulen in Biel wurden vernachlässigt und müssen nun auf einen "Chlapf" notfallmässig nachgeholt werden und nun folgt auch bereits der nächste Flop:

Die Existenz mehrer Clubs ist bedroht
________________________________________

Bereits vor ein paar Jahren konnte das Bieler Stimmvolk über die neuen Sportstadien "Stades de Bienne" abstimmen und nahm die Vorlage überdeutlich mit 75% an.

Dieses Resultat widerspiegelt die echte Situation: Wir haben kein Luxusproblem, sondern ein Existenzproblem. Kann man dieses Jahr keinen Neubau für das Fussballstadion garantieren, so wird dem FC Biel nächste Saison die Lizenz für Challenge-Ligue entzogen. Das wäre der "Tod" für den erst vor ein paar Jahren aufgestiegenen FC Biel. Notfallmässig könnte man in das Stadion von Neuchâtel Xamax umsteigen - eine langfristige Lösung sieht aber anders aus und auch die Fankultur kann man für diese Zeit dann wohl ganz abschreiben.

Ähnlich sieht die Situation mit dem Eisstadion aus, das selbe Szenario wie dem FC Biel drohte auch dem EHC Biel. Bereits letztes Jahr musste man im Eisstadion in provisorische Nachbesserungen investieren. Das selbe Problem für den EHCB dürfte sich also in ein paar Jahren auch stellen. Das Eisstadion ist für einen NLA-Verein viel zu klein und ist schlicht und einfach am Ende der Lebensdauer.

Mehr Infos zu den beiden alten, einsturztgefährdeten Stadien hier.

Werden die neuen Stadien nicht gebaut, so drohen beiden Clubs sehr bald das aus bzw. der Lizenzentzug. Auch davon betroffen wäre nicht nur der Profisport, sondern auch diverse andere Clubs wie der Curling-Club und diverse Juniorenprogramme.

Dabei wären die neuen Sportstadien wirtschaftlich sogar sehr sinnvoll - Die Stadien würden etwas ausserhalb der Stadt direkt neben der Autobahnausfahrt gebaut werden - die Stadien wären sehr gut erreichbar, ganz in der Nähe ist ebenfalls eine neue Bahnstation der SBB geplant und somit könnte man allfällige Ausschreitungen und randalierende Fans vom Stadtkern fernhalten.

Weiter sind diverse Geschäfte in den neuen Gebäuden der Sportstadien geplant, das Projekt dürfte also auch wirtschaftlich rentieren.

Nun bricht die Stadt die Verhandlungen mit dem Sponsor ab, weil dieser zum wiederholten Mal die Meldefrist verpasst hat. Die Finanzierung der Stadien steht somit auf noch wackligeren Beinen - das ganze Projekt ist in grosser Gefahr. Zudem hat die Regierung keinen "Plan B" ausarbeitet. Man steht sozusagen mit heruntergelassenen Hosen da. Die Verantwortlichen für die Planung, Regierung und (mittlerweile abgewiesener) Sponsor spielen hier eine himmeltraurige Rolle. Die Investorfirma "Alstone" verschläft einen Termin nach dem Anderen, wobei eigentlich genügend Mieter für die Ladenflächen gefunden worden sind. Für einmal handelt die Regierung konsequent und scheint dem ganzen Treiben einen Riegel - ohne aber eine Alternative zu kennen.

Falsche Prioritätensetzung
___________________________

Die Bieler Regierung setzen meiner Ansicht nach einmal mehr die Prioritäten komplett falsch. Währenddem die Stadien in ihrer Luxusausführung kaum 1/2 des Regiotrams kosten würden, findet man dafür kein Geld. Lieber träumt man einem Prestigeprojekt nach, welches den Verkehr noch weiter aufhalten würde, die Sicherheit der Velofahrer stark gefährden würde und von der Nachfrage her einfach nicht nötig ist.

Den beiden Bieler Spitzenvereinen droht das existenzielle Aus, bald wird man die Millionenmarke beim AggloLac-Projekt knacken ohne etwas erreicht zu haben, Kriminalität und die offene Drogenszene nehmen ihren freien Lauf, es wird im Stadtrat über einen millionenteuren Bahnübergang irgendwo im Nirgendwo diskutiert, eine Abfallpolizei wird erschaffen, und so weiter - aber bei der unbedingt nötigen Autobahnumfahrung, bei den Sportstadien und bei den Schulhaussanierungen wird getrödelt was das Zeug hält.

Für eher nebensächliche Projekte wird immer wie mehr Geld ausgegeben, die Finanzen sehen so oder so schon sehr schlecht aus und für das wirklich Nötige findet man dann mysteriöserweise kein Geld. "Kultur und Soziales" führen eben bei den Rotgrünen sehr schnell zu glänzenden Augen und Prostigeprojekten mit schönen Bildli wird grundsätzlich sofort zugestimmt und Kredite in den Bereichen von mehreren hunderttausend CHF werden ohne zu zögern verabschiedet. Grossen Rummel gibt es aber auch um Umweltschutz- und Energieprojekte, da ist man gewohnt Feuer und Flamme.

Nur sind die Sportstadien keine Opernhäuser und die Autobahn keine Parkanlage mit Grünfläche - Finanzierung und Motivation adieu. Als Sportler ist es mir ein persönliches Anliegen, dass der Sport (sowohl der Profisport, als auch der Breitensport) aktiver gefördert wird. Ein solch krasser Abbau in diesem Ausmass unter diesen Umständen auf einem solchen Niveau ist schlicht und einfach nicht akzeptierbar!

Thun spielt bereits im neuen Stadion
______________________________________

Nebenbei nur als Randinfo: Am geplanten Baubeginn Ende 2012 will man trotzdem festhalten, bereits 2014 soll das Projekt fertig gestellt werden. Wir sprechen hier von einem Projekt, für welches man über 2 Jahre Zeit zur Planung hatte, was in die Hosen ging und wo sowohl Finanzierung, als auch das konkrete Projekt in der Schwebe hängen.

Derweilen spielt der FC Thun bereits im neuen Stadion, für welches 2009 die Baubewilligung eingeholt werden konnte und zu welchem das Stimmvolk 2007 "ja" gesagt hat.

Soviel zur Glaubwürdigkeit und zur seriösen Arbeitsweise unserer Beamten und Regierung in Biel.

Die Zukunft
____________

Die Stadt "unternehme alles" um den Bau der Stadien zu garantieren und um die "Sportstadt Biel" zu retten. Offensichtlich stimmt die Einstellung - ob man aber wohl auf die Idee kommen könnte, das Geld von einem gewissen Prestige-Projekt abzuziehen? Ob die Stadien jemals gebaut werden?

Realisitsch scheint, dass die Stadt beide Projekte, sowohl Regiotram, als auch Sportstadien durchstieren will und sich dadurch nur noch weiter in eine finanzielle Schieflage bringen wird, womöglich muss man dann bei anderen Projekten sparen.

Die SVP/JSVP wird gegen das Regiotram in die volle Opposition gehen und sich gleichzeitig für die neuen Sportstadien einsetzen!

Von den Begriffen "Wirtschaftlichkeit", "Prioritätensetzung" und "Existenzbedrohung" scheint man bei unserer Regierung wohl noch nie etwas gehört zu haben. Der äusserst einfache und weit bekannte Vorsatz "gib nur so viel aus, wie du auch wieder hereinbekommst" scheint genau so unbekannt zu sein wie die immer wie breiter grassierende Probleme in Biel. Es wird, ähnlich wie auf nationaler Ebene, immer wie krasser am Volk vorbei politisiert!

Biel ist somit einmal mehr ein Paradebeispiel dafür was passiert, wenn über Jahre hinweg Rotgrün die alleinige Mehrheit hat - Biel entwickelt sich immer wie mehr in ein Katastrophengebiet.

Übrigens - Im Herbst sind wieder kommunale Wahlen. Mal schauen, ob die Bevölkerung wohl dieses Mal den Link zwischen den politischen Gegebenheiten und den herrschenden Missständen machen kann, respektive, ob die bürgerlichen es dieses Mal schaffen, den Wahlkampf dementsprechend zu gestalten.

Die SVP wird zu diesen Wahlen mehr oder weniger alleine antreten (eventuell in Verbindung mit der Autopartei und EDU?) - die "ach so rechtsbürgerlichen" BVP und BDP (beides Abspaltungen der SVP) und FDP springen mit den Mitteparteien ins Nest.

Die SVP/JSVP wird weiterhin gegen die Missstände ankämpfen - als mittlerweile wieder anwachsende Minderheit.

Es wird endlich Zeit der rotgrünen "Laisser-faire-Politik" ein Ende zu setzen, denn die Situation droht in sämtlichen Bereichen...

  • Finanzen
  • Sicherheit
  • Sozialhilfe/Arbeitslosenquote
  • Offene Drogenszene
  • Verkehrspolitik
  • Regiotram
  • AggloLac
  • Sportstadien

...chaotische und katastrophale Züge anzunehmen.

Die SVP wird sich weiterhin für die bekannten Themen mit den bekannten Massnahmen einsetzen - Hoffentlich bald in einer bürgerlichen Mehrheit, von mir aus auch im Verbund mit FDP, BDP und BVP. Die kommenden Wahlen werden optimale Wahlkampfthemen bieten, um die bequeme Mehrheit von Rotgrün in Stadt- und Gemeinderat zu attackieren und ernsthaft zu gefährden.