1972 wurde das "Hilfswerk Kinder der Landstrasse" geschlossen, 2012 steckt Stadt Bern erneut "Zigeunerkinder" ins Heim. Nichts gelernt?

"20 Minuten" berichtet im gewohnten Boulevard-Stil ([http://www.20min.ch/schweiz/bern/story/25392565]), dass die Kinder von Menschenhändlerringen rekrutiert würden und deshalb ins Heim gehören. Der Schweizerische Städteverband "will nun das Projekt Agora den Städten empfehlen".
Solche institutionalisierten Aktionen gegen die Kinder einer Bevölkerungsgruppe wecken schlimme Erinnerungen. Damals hiess es, die Eltern der jenischen Kinder seien "angeboren schwachsinnig, kriminell, trunksüchtig". In den 1980er-Jahren distanzierten sich Pro Juventute und der Bund von diesen Kindswegnahmen.
Dass nun im Jahr 2012 erneut statt gezielter Einzelfall-Hilfe eine Organisation gegründet wird, die systematisch vorgehen soll, nährt den Verdacht, dass aus der Geschichte nichts gelernt oder diese schlicht vergessen wurde. Auch die bettelnden Roma-Kinder haben Eltern und bei näherem hinsehen lösen sich die "Menschenhändlerringe" meist in schlichte Famlienstrukturen auf, der "Menschenhändler" entpuppt sich als Couseng oder Onkel...
Es soll in 50 Jahren niemand behaupten können, "wir haben auch dieses Mal **wieder nichts gewusst*"*....

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