Wir rufen Bürokratie-Stopp, weil telefonieren mit der PTT schweineteuer war

Herr Alex Schneider träumt in seinem aktuellen Artikel von den guten alten Zeiten. Einer Zeit, in der die PTT Ihnen die Briefe nach Hause lieferte, das Telefon einrichtete und bestimmte, ob Sie mit einem CB-Funkgerät funken dürfen oder nicht. Er erzählt Ihnen, wie ineffizient angeblich freie Märkte sind und wie Sie von Firmen wie Apple über den Tisch gezogen werden.

Hört sich schön an. So wie alle Geschichten von Früher. Aber wollen Sie wirklich die alte PTT-Zeit zurück? Eine Zeit, in der es nur einen Telefonanbieter gab, der bestimmte, welche Telefonmodelle in der Schweiz verkauft werden dürfen und wie viel Sie für die Stunde telefonieren bezahlen?

Eine kleine Zeitreise in die Anfänge des Internets

Die PTT hatte damals kein Interesse am Internet. Sie wollte ihr BTX-System verkaufen. Wer eine Inhaltsseite auf ihrem System aufbauen wollte, brauchte eine Lizenz mit horrenden Einrichtungsgebühren (ich glaube mich an 5000.- Franken zu erinnern), die monatlichen Kosten waren exorbitant hoch und es gab in der Schweiz nur einen Anbieter - die PTT. Wollten Sie selbst eine Seite aufbauen, mussten Sie einen Antrag schreiben und sagen, was für “Inhaltsseiten” sie erstellen werden. Heute setzen Sie Ihren eigenen Blog oder Ihre eigene Website in 5 Minuten auf. Sie müssen niemanden um Erlaubnis fragen und bezahlen keinen Franken. Das haben wir dem Wettbewerb zu verdanken.

Noch schlimmer in der guten alten Zeit war, wie viel Sie als Privatperson fürs Telefonieren bezahlten. Die Kosten für das Telefonieren waren umwerfend. Umwerfend vor Schreck. 1994 glaubte ich noch, 14 Franken pro Stunde telefonieren seien günstig. Sie haben richtig gelesen, 1994 kostete eine Stunde telefonieren von Teufen (AR) nach Zürich vierzehn Franken. Heute ist das Telefonieren dank Wettbewerb massiv günstiger. Der moderne CB-Funk, die Internet-Telefonie, ist sogar gratis. Um Skype & Co. zu installieren, müssen Sie auch nicht bei der PTT um Erlaubnis betteln, sie installieren das Programm und funken kostenlos in die Welt.

Märkte funktionieren nicht perfekt. Das stimmt. Und für Apple Produkte bezahlen Sie viel Geld. Das mag auch richtig sein, aber darf Apple nicht mehr Geld dafür verlangen, dass sie in den vergangenen Jahren einfach besser waren als ihre Mitbewerber? Der iPod, das iPhone und das iPad veränderten die Art, wie wir heute Technologie nutzen. iTunes veränderte die Musikindustrie und die neuste Bildungsoffensive von Apple wird auch das Schulzimmer verändern. Darf Apple dafür nicht etwas mehr verlangen? Und was wäre die Motivation für Apple gewesen, wenn sie nicht die Chance gehabt hätten, mehr Geld mit Innovation zu verdienen?

Ich bin kein Apple Jünger. Mir waren ihre Computer immer zu teuer. Aber ich ziehe eine Firma mit überhöhten Preisen vor, die ihre Preise durch Innovation verlangen kann. Und wünsche mir nie mehr die PTT zurück, welche horrende Preise für veraltete Geräte und zu wenig Leistung verlangte, weil wir keine Alternative hatten.

New Public Management ist schön und gut, aber Staatsmonopole werden trotzdem nicht innovativ und günstig. Die Geschichte hat uns eindeutig bewiesen, dass Monopole, ob staatlich oder privat, zur Erlahmung der Innovationskraft führen und die Kunden hohe Preise für zu wenig Leistung bezahlen. Es schleicht sich einfach der Schlendrian und die Bürokratie ein.

Die Bürokratie-Stopp-Initiative ist eine Initiative für den Konsumenten. Für Sie und mich. Für alle statt für wenige!

http://www.buerokratie-stopp.ch/

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