Weiterbildungsmaster der Fachhochschulen. Beibehaltung von Anerkennung und Titelschutz

Die Forderung tönt gut, ist es doch für alle Aus- und Weiterbildungsgänge wichtig, dass mit dem Titelschutz auch eine einheitliche Qualität verbunden ist. Und die Ausbildungsgänge an Fachhochschulen sollen als berufsnahe hochwertige Abschlüsse in der Konkurrenz mit den theoretischen Abschlüssen an Universitäten gestärkt werden.

Die Weiterbildungsmaster an Fachhochschulen betreffen aber genau nicht die regulären Ausbildungsgänge. Es sind Zusatzangebote, die rein der Weiterbildung dienen, und die keiner Regulierung unterstehen, auch nicht in Bezug auf ihre Qualität. An solchen Angeboten sind die Fachhochschulen sehr interessiert, da sie Einnahmen generieren, und sie stehen in harter Konkurrenz zueinander. Oder etwas pointierter ausgedrückt: es droht ein Wildwuchs und ein Überangebot an solchen Weiterbildungsmastern. Zudem suggeriert der Titel, dass es sich um einen regulären Ausbildungsgang mit Masterabschluss handelt. Die Forderung nach einem Titelschutz für diesen Bereich kommt nicht aus der Motivation nach Qualitätsschutz, sondern aus ökonomischen Überlegungen. Es gibt nämlich zur Zeit solche Weiterbildungstitel, die sich „eidgenössisch anerkannt“ nennen, obwohl es sich nicht um einen eidgenössisch kontrollierten Abschluss handelt. Diese Abschlüsse tönen bewusst täuschend ähnlich wie tatsächliche „eidgenössisch anerkannte“ Abschlüsse. Das führt zu Verwirrung, weil weder in der Schweiz noch im Ausland die Übersicht über die Qualität der absolvierten Aus- und Weiterbildung gewahrt bleibt.

Ein Titelschutz für den Weiterbildungsmaster an Fachhochschulen allein kommt für mich deshalb nicht in Frage. Was es als erstes braucht, ist ein Titelschutz für die regulären Ausbildungsgänge mit Bachelor- und Masterabschlüssen. Ein zusätzlicher Titelschutz für die Weiterbildungsmaster an Fachhochschulen bedingt die Bereitschaft, diese Ausbildungsgänge ebenfalls einer eidgenössischen Qualitätskontrolle zu unterziehen, damit diese Abschlüsse auch das halten, was sie im Titel versprechen.

In der nationalrätliche Kommission haben wir deshalb beschlossen, die Motion zum Titelschutz für Weiterbildungsmaster an Fachhochschulen abzulehnen. Einstimmig wurde dem Bundesrat neu der Auftrag erteilt, die Ausgangslage zu analysieren und einen Vorschlag zu machen, wie der Titelschutz über alle Berufe und Fachhochschulbereiche einheitlich und qualitativ vergleichbar ausgestaltet werden kann. Es ist ein Markenzeichen der Schweiz, dass sie qualitativ hohe Berufsschulabschlüsse gewährleistet. Dieses Markenzeichen gilt es zu erhalten!

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