Staatsfeindliche "Staatsschmarotzer"

Rechtskonservative Parteien und Bewegungen wie die “Tea Party”-Bewegung wettern weltweit gegen sogenannte “Staatsschmarotzer” und übertreffen sich gegenseitig mit staatsfeindlichen Parolen. Eine Untersuchung der New York Times zeigt jetzt aber, dass gerade die ”Tea Party”-Anhänger überdurchschnittlich stark vom Staat “schmarotzen”. Dieses Phänomen gibt es auch in der Schweiz.

Gemäss der Studie der New York Times beziehen Tea-Party-Anhänger beziehen Tea-Party-Anhänger durchschnittlich mehr vom Staat als der Durchschnittsamerikaner. Und in Regionen, in denen die Tea-Party-Bewegung viel Unterstützung geniesst, erhalten überdurchschnittlich viel Unterstützungsleistungen.

Milliardensubventionen in der Schweizer Landwirtschaft

In der Schweiz ist dieses Phänomen gar noch ausgeprägter. Niemand profitiert so stark von staatlicher Unterstützung in der Schweiz wie die Bauern. Rund 2/3 ihres Einkommens beziehen die Schweizer Bauern durchschnittlich durch Staatssubventionen. Das ist doppelt so viel wie im OECD-Schnitt. Und gerade die durch staatsfeindliche Parolen auffallende SVP, stützt diese Milliardensubventionen und versucht mehr Markt in der Schweizer Landwirtschaft zu verhindern. Kein Wunder, dass die grosse Mehrheit der Bauern SVP wählt.

Produktive Städte, subventionierte Landbevölkerung

Städte tragen einen überdurchschnittlichen Anteil an unser Bruttoinlandprodukt (BIP) bei und stellen überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze zur Verfügung. Der Kanton Basel-Stadt wies 2010 das mit Abstand höchste BIP/Kopf aller Kantone aus. Besonders tief war das BIP/Kopf beispielsweise in der SVP-Hochburg Thurgau, in den beiden Appenzell und den Innerschweizer Kantonen Obwalden, Schwyz und Uri.

Aber auch sonst finanzieren Städte und Agglomerationsgemeinden die ländlichen Gebiete. Städte zahlen im in innerkantonalen Finanzausgleichen meist viel ein. Landgemeinden profitieren. So beispielsweise im Kanton Bern, wo die Stadt Bern klar am meisten einzahlt; SVP-dominierte Landgemeinden im Emmental oder im Berner Oberland profitieren davon. Aber auch im nationalen Finanzausgleich sind es Stadtkantone wie Basel-Stadt oder Genf die massiv einzahlen, währenddem Landkantone wie Uri, Glarus oder die beiden Appenzell pro Kopf besonderes viel beziehen.

Die SVP hetzt besonders häufig gegen Staatsbeamte und kritisiert die hohen Ausgaben des Staates. Wenn es aber ums Sparen geht kneift die SVP meist, so geschehen bei den Landwirtschaftssubventionen oder der Beschaffung neuer Kampfflugzeuge. Zudem beziehen SVP-Politiker besonders häufig ihr Einkommen vom Staat.

Der vollständigen Artikel mit Bildern und Grafiken finden Sie hier:

http://schlemihlsblog.wordpress.com/2012/02/22/staatsfeindliche-staatsschmarotzer/

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