Regenbogen-Familien sind eine Realität

CVP-Präsident Christophe Darbellay sagte in den Medien: «Um ein Kind zu zeugen, sind ein Mann und eine Frau nötig. Zur Orientierung braucht ein Kind einen Vater und eine Mutter.»

Herr Darbellay sollte einmal einen Blick in die tiefkatholischen Länder Spanien und Portugal werfen. Dort ist sogar die gleichgeschlechtliche Ehe (!) erlaubt. Die Schweiz hatte diesen Mut noch nicht. Wir trösten uns hierzulande mit der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft, die homosexuelle Paare seit 2007 auf dem Zivilstandsamt eintragen dürfen. Dass 58 Prozent der Abstimmenden 2005 das Partnerschaftsgesetz befürworteten, war ein wichtiger Schritt. Im Kanton Zug war sogar die SVP dafür.

Aber jetzt heisst es weiter gehen: In elf europäischen Ländern ist die Stiefkindadoption für lesbische und schwule Paare bereits möglich. Im Jahr 2010 betrug die Scheidungsrate 54,4 Prozent. Es gibt zu Recht auch keine Diskussion darüber, ob Geschiedene und/oder Alleinerziehende schlechte Eltern sind. Gemäss Pink Cross leben über 30 000 Kinder in einer sogenannten Regenbogenfamilie. Es ist höchste Zeit, unser Recht dieser gesellschaftlichen Realität anzupassen.

Wenn der Bundesrat nun offen ist für die Stiefkindadoption, dann sollte ihn das Parlament nicht bremsen, sondern unterstützen.

Rupan Sivaganesan, Gemeinde- und Kantonsrat Zug

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