Vom bedingten zum bedingungslosen Grundeinkommen – seit Jahrzehnten erhalten alle EinwohnerInnen der Schweiz ein bedingtes Grundeinkommen ohne es zu merken.

Lohn ohne Arbeit passt irgendwie nicht zusammen

Dass ein Lebewesen existieren kann, ohne zu arbeiten, hat die Natur nicht vorgesehen. Jedes Tier muss Nahrung sammeln, sich und seine Behausung verteidigen.
Ohne Fleiss kein Preis!
Darum steht die Idee einem Menschen ein Einkommen zu geben, ohne dass er dafür etwas tun muss, quer in der Landschaft. Gefühlsmässig widerspricht das bedingungslose Grundeinkommen jedem vernünftigen Grund. Instinktiv bringt der Mensch Einkommen mit Arbeit in Verbindung. Dieses Grundempfinden ist ein Erbe seines gemeinsamen Ursprunges mit den Tieren.

Von der Selbstversorgung zur Arbeitsteilung

Nur ist der Mensch kein Tier. Obwohl er einen gemeinsamen Ursprung mit den Tieren hat, hat er sich im Verlaufe der letzten 5 Millionen Jahre in eine andere Richtung entwickelt.
Der Mensch unterscheidet sich dadurch von den Tieren, dass er Geist auf die Materie anwendet. Ein Produkt davon ist die Technik. Technik anstelle von Muskelkraft und Arbeit.
Je weiter sich die Technik entwickelt, umso bedeutender wird die Arbeitsteilung.
Vor 150 Jahren brauchte es die ganze Familie, um zu überleben. Selbst die Kinder und die Grosseltern mussten einen Beitrag leisten. Wer keine Lohnarbeit hatte, war in der Selbstversorgung tätig.
In den postindustriellen Gesellschaften des 21. Jahrhunderts ist der Mensch der Selbstversorgung entwachsen. Er lebt von den Leistungen der Gemeinschaft und leistet für die Gemeinschaft.
Jedes Unternehmen ist öffentlich. Kein Unternehmen kann ohne Kunden aus der Öffentlichkeit überleben.
Nur jeder fünfte Erwerbstätige arbeitet in einem produktiven Beruf. Alle anderen arbeiten im Handel, Gesundheitswesens, in der staatlichen oder privaten Verwaltung. Vier unproduktive Erwerbstätige leben von Leistungen eines produktiv Tätigen.

Das bedingte Grundeinkommen

Ein ausgeklügeltes System sorgt dafür, dass Geld in die staatliche Verwaltung umgelagert wird. Dieses Geld wird unter den verschiedensten Titeln als bedingtes Grundeinkommen ausbezahlt.
In der Schweiz gibt es weder ein Nahrungsmittel noch irgendeine Dienstleistung, die nicht über Umwegen subventioniert wird.
Daran, dass die SchweizerInnen zu einem guten Teil von einem staatlichen und bedingten Grundeinkommen leben, haben sie sich gewöhnt. Sie stören sich nicht einmal daran, dass sie für bezogene Leistungen nichts bezahlen müssen.
Hinter dem bedingungslosen Grundeinkommen steht die Idee, die Bürokratie über das bedingte Grundeinkommen wacht abzubauen.
Beim bedingungslosen Grundeinkommen wird monatlich ein fixer Betrag ausbezahlt. Das Geld kommt aus Einer und nicht aus mehreren Kassen.
Der Verwaltungsaufwand für das bedingte Grundeinkommen entfällt.
Der Schritt vom bedingten zum unbedingten Grundeinkommen ist primär ein Bewusstseinsschritt.

Woher nehmen wenn nicht stehlen

Die Finanzierung des Grundeinkommens ist eine organisatorische Sache. Bei einem monatlichen bedingungslosen Grundeinkommen von 2500.- Franken braucht es ca. 44 Prozent des Bruttosozialproduktes.
In Anbetracht dessen, dass heute rund 60 Prozent des Bruttosozialprodukts an den Staat (Steuern, Gebühren, Pseudo-Bussen, Zwangsabgaben, ...) abgeführt wird, sollte die Finanzierung des BGE's machbar sein.
Durch den Übergang von dem bedingten zum unbedingten Grundeinkommen, werden nahezu alle indirekten Leistungen hinfällig. Die Bürokratie, die darüber wacht, kann abgebaut werden.

Das bedingungslose Grundeinkommen schafft Transparenz. Das Geld kommt aus einer Kasse auf der Saat steht. Das Geld kommt nicht mehr aus mehreren Kassen, hinter denen sich der Staat versteckt.

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