Wie das Internet die Schule verändert.

Das Internet lässt keinen Stein auf dem anderen. Branche für Branche, Lebensbereich für Lebensbereich wird umgebaut. Fand Oma noch vor wenigen Jahren, Computertechnik sei blöd, skypte sie heute wie selbstverständlich mit ihren Enkeln im US-Austauschjahr. Wer keinen neuen Computer kauft, kauft ein Smartphone und hat das Internet in seiner Jackentasche für “allways on”. Manchmal unmerklich und manchmal mit einem Big Bang schleicht sich das Internet in unseren Alltag.

Als Nächstes klopft das Internet kräftig an die Schulzimmertür an. Mussten wir uns vor Kurzem die Hausaufgaben noch mühsam im Zug voneinander abschreiben, erledigen dies die Kids heute bequem per MSN-Chat. Sucht man für einen Vortrag eine Buchzusammenfassung oder einen schnellen Überblick zum Thema ist google dein Freund und Helfer. Kapiert man ein Thema nicht, gibt es im Internet unendlich viele Lernhilfen.

Von alledem blieben die Lehrer bis jetzt weitgehend verschont. Sie konnten ihren Unterricht klassisch gestalten - ohne Internet. Doch im Hintergrund tut sich was. Eine Revolution im Schulzimmer bahnt sich an.

Erste Lehrer experimentieren auf eigene Faust mit iPad & Co. im Klassenzimmer und sammeln wertvolle Erfahrungen. In Osnabrück unterrichtet André Spang Religion und Musik und war so frei, das iPad im Unterricht einzuführen. Er stellt fest: “Als alleiniger Inhaber des Wissens bin ich raus”.

Günter Duck, Professor für Mathematik und ehemaliger IBM Chief Technology Officer

„Das Lehren reinen Stoffes wird durch absolute Wunderstars im Netz erledigt werden können. Man nehme die 20 allerbesten Lehrer der Welt und filme mit enormen Aufwand Videos, Wissenskurzspots, Zeichentrickfilme drumherum. Dazu gibt es Miniprüfungen und Wiederholungssessions. Lokal in den Ländern gibt es reine Prüfungslehrer, bei denen man sich zum Examen anmelden und es dort ablegen kann. In der Schule selbst wird das gelehrt, was heute eher gar nicht in der Schule vorkommt, aber immer mehr im Leben gebraucht wird: praktische Ethik, Gemeinsinn, Solidarität, Rhetorik, Präsentieren + Überzeugen, Managen, Grundzüge der Projektleitung, Psychologie, Kommunikation, Zeichnen, Malen, Komponieren + Musizieren, Theaterspielen, Dichten (nicht Interpretieren oder Analysieren, das ist online), und Ausbildung in einer Leistungssportart nach Wahl (es geht hier nicht nur um Körperertüchtigung, sondern um Schulung von Instinkt, Beherrschung, Selbstdisziplin, Willensstärke, Initiative etc., darum wissen alle asiatischen Lehren). Im Internet lernt man das Generelle, was für alle gleich ist, im Unterricht wird der Mensch entwickelt, und zwar jeder einzeln für sich - mit Betonung auf die Talente, die in ihm geweckt werden können.

Lesen Sie im zweiten Teil, warum die Universitäten weniger Mühe mit der Umstellung haben und warum die normale Schule lange mit der Kulturumstellung kämpfen wird.

Wer einen Blick in die neuen Möglichkeiten der Lernwelt werfen will, http://www.facebook.com/lernideen

Passendes Video von Gunter Dueck, wenn auf einmal alle Studieren.

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