Erfolgreiche Schweizer Arbeitsmarktpolitik nicht gefährden!

Am 11. März wird das Volk über ein Anliegen abstimmen, welchem niemand in diesem Land wohl grundsätzlich abgeneigt ist. Mehr Ferien! Die von Travail-Suisse lancierte Volksinitiative „6 Wochen Ferien für alle“ will allen Arbeitnehmenden den jährlichen Ferienanspruch auf mindestens sechs Wochen erhöhen. Begründet wird das Begehren durch den verstärkten Druck am Arbeitsplatz, welchen der Strukturwandel in der Wirtschaft verursacht habe. Es brauche einen neuen Ausgleich zwischen Arbeitsbelastung und Erholung. Unterstützt wird die Initiative von SP und Grünen. Bundesrat, Parlament und alle anderen Parteien lehnen sie ab.

Die CVP Schweiz beinahe einstimmig aus folgenden Gründen:

Die Initiative gefährdet den Wirtschaftsstandort Schweiz. Die Schweizer Volkswirtschaft kann als eine der wettbewerbsfähigsten der Welt bezeichnet werden. Dies verdanken wir einem liberalen Arbeitsrecht und Rahmenbedingungen, welche den Unternehmen erlauben, flexibel auf die Auftragslage zu reagieren und auf diese Weise Arbeitsplätze zu erhalten. Das Arbeitsrecht in einem solch zentralen Punkt zu verschärfen beeinträchtigt die Produktivität und den Wirtschaftsstandort. Des Weitern bedeutet die Erhöhung der Ferien von vier auf zwingend sechs Wochen eine Steigerung der Lohnkosten um vier Prozent. Viele Arbeitsgeber müssten mit Produktivitätserhöhung, Lohnsenkungen oder gar Entlassungen reagieren.

Kleine und mittlere Unternehmen können in existentielle Probleme geraten. Es gibt Unternehmen, welche es sich leisten können, fünf oder gar sechs Wochen Ferien zu offerieren. Allerdings ist diese Freiwilligkeit unbedingt beizubehalten. Für einige und insbesondere für kleine Unternehmen gefährdet die Annahme der Initiative die Existenz und somit wichtige Arbeitsplätze, gerade in ländlichen Regionen.

Der Spielraum für andere attraktive Arbeitsbedingungen wird eingeengt. Auch andere Möglichkeiten wie Teilzeitarbeit, flexible Arbeitszeiten, Home-Office und Kinderbetreuungsstätten in den Betrieben tragen bei zu einer guten Life-Work-Balance. Arbeitgeber sind heutzutage sehr interessiert an attraktiven Arbeitsbedingungen, sie erhöhen die Zufriedenheit der Mitarbeitenden und somit die Wettbewerbsfähigkeit des Betriebes. Doch einmal mehr sollen die Regeln nicht starr sein. Nur so kann jeder Betrieb effizient auf die eigenen Bedürfnisse und Möglichkeiten sowie diejenigen der Arbeitnehmenden reagieren.

Der einzelne Arbeitnehmer gerät unter grösseren Stress. Mehr Ferien bei unveränderter Arbeitsproduktivität kann sich nur dann positiv auf die Gesundheit der Arbeitsnehmenden auswirken, wenn der Arbeitgeber zusätzliches qualifiziertes Personal einstellt. Schliesslich muss die verlorene Arbeitszeit ersetzt werden. Vielen Arbeitsgebern ist es aber gerade in der momentanen Wirtschaftslage nicht möglich, diese Arbeitsplätze auch zu schaffen. Folglich drohen mehr Druck oder längere Arbeitszeiten für den Einzelnen. Trotz mehr Ferien.

0 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Arbeitsregelungen»

zurück zum Seitenanfang