Obama: Vom Präsidenten zum Music-Star

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Präsident Obama kann es nicht lassen. Der erste dunkelhäutige Präsident der USA konnte vor seiner Wahl 2008 die Amerikaner und die halbe Welt mit seinem Wahlslogan "Yes, we can." regelrecht mitreissen.

Seine erste Amtshandlung, welche mir in Erinnerung blieb, war die Abschaffung der Krawatten-Pflicht für das Weisse Haus - ich war schon damals begeistert.

Erst vor ein paar Tagen hat er schon fast ungewollt seine Wahlkampagne auf eine beeindruckende Art und Weise eröffnet: Durch eine kleine Showeinlage in Form eines kurzen Gesangauftritts:

Und nun, ein paar Tage später, muss man sagen:

He did it again:

Offensichtlich hat Mr. President ein neues Hobby gefunden - und man muss es ihm lassen, er hat Talent!

Obama reisst Menschen auf der ganzen Welt seit seiner Wahl mit. Er ist die Verkörperung eines Wandels, den die USA nach der Ära 9/11, Irakkrieg und Bush bitter nötig hat. Wie bei uns Frau Sommaruga, so muss auch Obama das vom Vorgänger angerichtete Chaos beheben.

Vor und nach seiner Wahl agierte er mit viel Charme und einer sehr gelassenen Art und Weise, mit dem Ziel die USA nachhaltig zu verändern. Er versprach, sämtliche Kriege (Afghanistan, Irak) so rasch wie möglich zu beenden, respektive die Truppen nach Hause zu holen. Er versprach Guantanamo bedingungslos zu schliessen. Er versprach radikale Sanierungen in Wirtschaft und Sozialpolitik.

Wie sieht es nun, 4 Jahre später, aus? Einige seiner Versprechen konnte Obama halten: Die Truppen sind aus dem Irak raus. In Afghanistan jedoch stockte er die Truppen auf und intensivierte die Jagd auf Terroristen und hat damit auch beachtlichen Erfolg: Im letzten Jahr konnte nicht nur Osama bin-Laden getötet werden, sondern es zeichnet sich immer wie mehr ab, dass al-Kaida regelrecht entmachtet wurde.

Auch die First-Lady zeigt sich ausgesprochen engagiert und hatte bereits unzählige Auftritte in Shows und im Fernsehen, wo sie sich für eine sportlichere, gesündere Lebenskultur in Amerika eingesetzt hat.

Auf der anderen Seite konnte Guantanamo immer noch nicht geschlossen werden und die Wirtschaftskrise machte Obama auch bei seinen Versprechen zur Sozial -und Wirtschaftspolitik einen Strich durch die Rechnung.

Die diesjährigen Wahlen werden höchstwahrscheinlich sehr spannend werden. Die veränderte Sicherheitslagen im Iran, Syrien (und somit auch der alte Ost-West-Konflikt), Kürzungen des Armee-Budgets bis auf "nur" noch 400 Milliarden Dollar, zunehmende Angst der Islamisten (Arabischer Frühling), Unzufriedenheit in der Wirtschaft und Sozialpolitik, usw, usw. werden viele (ohnehin sehr oberflächlich wählende) Amerikaner dazu verleiten mehr auf konservative Kräfte zu setzen.

Ron Paul ist für das Amt jedoch viel zu alt und könnte mittlerweile auch genau so gut in ein Altersheim ziehen, auch wenn er womöglich gar nicht so eine schlechte Haltung hat. Newt Gingrich hinkt auch von Beginn an abgeschlagen hinterher, alte "Skandalfälle" wurden dem ehemaligen Sprecher des Repräsentantenhauses zum Verhängnis.

Der gemässigte Mormone Mitt Romney konnte einen starken Wahlauftakt hinlegen, wurde aber mittlerweile vom Spätstarter und vom ultrakonservativ-christlichen Rick Santorum eingeholt. Es zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Kandidaten ab.

Jetzt fragen Sie sich bestimmt: Wieso hält die ganze Welt den Atem an, wenn in den USA gewählt wird? Das könnte und sollte uns doch egal sein! Falsch, uns betrifft das nämlich ebenfalls, gerade wenn man an den Steuerstreit denkt. Andere Länder wie den Iran betrifft es ebenfalls, diverse republikanische Kandidaten deuteten bereits an, dem Iran mit Krieg zu drohen, sollte er sein Atomprogramm nicht einstellen. Der stark gläubige Santorum ist gegen Abtreibungen, selbst nach einer Vergewaltigung.

Kurz und knapp, durch die Wahl eines Republikaners zum Präsidenten 2012, würde sich die USA wohl wieder in den Sturzflug begeben, in welchem sie sich bereits während der Ära Bush befand.

Mit der USA ist es so eine Sache - währenddem der SVP in der Schweiz oftmals Radikalismus vorgeworfen wird, würden wir mit unseren Ansichten in den USA schon fast zu den Demokraten gehören. Die Konservativen in den USA sind da noch um einiges härter. Ob dies zielführend ist?

Deshalb, das wird wohl manche überraschen, erhoffe ich mir die Wiederwahl von Präsident Obama.

Wie sieht es mit Ihnen aus - wen unterstützen Sie? Welche Folgen hätte welche Wahl auch für uns? Für die Weltsicherheit? Für die Wirtschaft?

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