SVP Initiative Gleichstellung der Familienformen Und warum Frau Rickli das Portemonnaie vergessen hat.

Gute alte Zeit?

Wie war es früher, vor etwa 100 Jahren? Betreuten alle Ihre Kinder selber? Nein, da gab es die Unterschicht, da musste die ganze Familie arbeiten um zu überleben, selbst die Kinder. In der Mittelschicht konnten immer hin die Frauen zu Hause bleiben und die Kinder gingen zur Schule. Die obere Mittelschicht bis ganz oben, hatten ja das Dienstmädchen bis zur Nanny. Die obere Mittelschicht sowie die Oberschicht konnte sich die Frau je nach Mann, Selbstentwickeln oder nur das tun was man heute als Shoppen bezeichnet.

Der Wunsch das die Frau zu Hause bleibt und nicht arbeitet entstand nicht aus dem Wunsch das Kind optimal zu betreuen, sondern war ein Zeichen das man genug Geld hatte, es sich leisten zu können.

Vor 50 Jahren waren es die Schlüsselkinder, vor allem die neuen Ausländer, diese ersetzten die alte Unterschicht, als Zeichen für Armut und es galt immer noch wer genug verdient, der konnte es sich leisten, dass die Frau zu Hause blieb.
Heute? Gibt es sie immer noch die Unterschicht welche arbeiten muss , nicht mehr um zu überleben, sondern um einen ganz normalen Wohlstand zu geniessen. Die anderen die sich leisten können, sind in zwei Gruppen aufgeteilt, die einen die die Erziehung der Kinder selber in die Hand nehmen, nicht mehr als Statussymbol sondern als Lebensform und die anderen die auch neben der Familie arbeiten wollen und die Selbstverwirklichung suchen, entweder beide 100% oder beide Teilzeit mit oder ohne Hilfe der Grosseltern.

Es gibt noch die Alleinerziehende, egal aus welchem Grund, aber auch die benötigen die Tagesstrukturen um Arbeiten zu können.

Ist es Wirtschaftspolitisch wichtig dass beide Partner arbeiten?

Ja, denn wir haben drei Probleme:

  1. Die Ausbildung von beiden Partnern verschlingt sehr viel Steuergelder, ein zu Hause bleiben eines Partners, würde die Investitionen der Gesellschaft viel kosten (der alte Spruch: Du must nicht studieren, nach der Heirat bekommst du Kinder und bleibst zu Hause, hatte somit eine gewisse Berechtigung).

  2. Zuwenig Kinder, der Nachwuchs fehlt uns, und es wird schon darüber diskutiert, dass man das Pensionierungsalter raufsetzen muss, wenn wir weiterhin immer älter werden und nicht mehr genügend Kinder geboren werden.

  3. Zuwanderung: Jede Frau die zu Hause bleibt, muss ersetzt werden. Momentan da uns der Nachwuchs fehlt durch einen oder eine Ausländerin

Warum Frau Rickli das **Portemonnaie vergessen hat**

Im Sonntalk vom 19.2.2011 hatte Frau Rickli folgende Rechnung gemacht.
Zwei Familien haben ein Nettoeinkommen von CHF 80 000.—Eine Familie hat einen gut verdienenden Vater, die andere nicht und beide müssen arbeiten.
Steuern Familie gut verdienender Vater CHF 9000.—
Steuern Familie schlecht verdienender Vater CHF 7‘100.—(Abzug von 10‘000.—Fremdbetreuungskosten)

Auf dem ersten Blick hat Frau Rickli recht, Familie welche die Kinder zu Hause betreut, ist schlechter gestellt als die Familie wo beide arbeiten.

Aber nun holen wir mal das Portemonnaie raus:
Familie gut verdienender Vater 80‘000.—minus Steuern 9000.—ergibt Netto 71‘000.—im Portemonnaie
Familie schlecht verdienender Vater 80‘000.—minus Kosten Hort 10‘000.—minus Steuern 7‘100.-- ergibt Netto 62‘900.—
Nach Meinung der Initiative müsste folglich die 1‘900.—Steuerreduktion auch für die Familie gut verdienender Vater gelten, dann würde die Familie Netto im Portemonnaie 72‘900.—haben.

Argument Ungerecht weil nicht alle von dem Angebot profitieren können

Das Argument ist wirklich falsch, denn niemand profitiert immer von allen Angeboten der Öffentlichen Hand: Beispiele Autofahrer nicht vom Zug, Zugfahrer von den Autobahnen, Hilfsarbeiter von der Uni, Nicht Schwimmer vom Schwimmbad, Familie ohne Kinder von den öffentlichen Schulen, etc.

Nur Familien welche zur Unterschicht gehören, werden die Hortkosten subventioniert, sobald man zu viel Einkommen hat zahlt man den normalen Beitrag.

Hortkosten sind eigentlich Arbeitskosten die im direkten Zusammenhang mit dem Erwerb stehen daher ist es gerecht diese Abzuziehen. Wer nicht arbeitet kann nichts abziehen. Oder finden sie es ungerecht dass Rentner keinen Essensabzug für Auswärtsverpflegung machen können?

12 Kommentare


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