Verlockend – aber gefährlich! Die Volksinitiative «6 Wochen Ferien für alle» fordert mehr Ferien. Verlierer dabei sind die Arbeitnehmenden und unsere KMU.

Verlockend – aber gefährlich!

Möchten Sie auch mehr Ferien? Wer will das schon nicht. Die Volksinitiative «6 Wochen Ferien für alle»„ fordert genau das. Sehr verlockend – aber gefährlich! 2 Wochen Ferien mehr bedeuten letztendlich mehr Stress vor und nach den Ferien, mehr Stress für die Stellvertretung und vielleicht sogar den Verlust des Arbeitsplatzes.

Bei einer Annahme dieser Initiative wird der grösste Schaden auf unsere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und die damit verbundenen Arbeitsplätze entfallen.
Rund 99 Prozent aller Unternehmen sind sogenannte KMU, in welchen knapp 70 Prozent aller Arbeitnehmenden angestellt sind. KMU haben kleine Belegschaften: Mehr Absenzen fallen also sehr schwer ins Gewicht, denn in einem grossen Betrieb kann man vielleicht eine Stellvertretung organisieren. Stellen Sie sich aber vor, wenn in einem kleinen Betrieb plötzlich ein Projektleiter zwei Wochen länger in den Ferien ist. Das Projekt kann dann nicht einfach von jemand anderem bearbeitet werden, sonder bleibt liegen.

Mehr Ferien bedeuten höhere Kosten: Für Kleinbetriebe unter Umständen ein Todesstoss – für exportierende Unternehmen ein massiver Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit. Höhere Kosten bedeuten höhere Preise für Exportgüter, und das in einer Zeit, in der die Exportwirtschaft, und da gehören vor allem auch Rheintaler Betriebe dazu, mit einem starken Franken und anderen wirtschaftlichen Probleme zu kämpfen haben. Die Unternehmen werden dann entweder ihre Arbeitsplätze ins Ausland verlagern oder einfach die Tore schliessen: Eine Annahme dieser Initiative bedeutet eine Gefährdung der Arbeitsplätze im Rheintal und dadurch auch unseres Wohlstandes.

Kürzlich hat mir ein Unternehmer gesagt, warum er beispielsweise in Deutschland immer noch seine Produkte verkaufen kann: Bei uns wird noch gearbeitet! Alle Länder, in denen ein starres Arbeitsgesetz mit viel Ferien, wenig Wochenarbeitszeit und gesetzlich verordneten Mindestlöhnen gilt, sind jetzt in der Krise.
Die Schweiz kennt einen anderen Weg: Die Unternehmen handeln mit den Gewerkschaften flexible Lösungen aus, welche sich rasch an das wirtschaftliche Umfeld anpassen lassen. Wir können nichts gegen die wirtschaftliche Misere in Europa machen – die Unternehmen können aber in solch schwierigen Zeiten in Absprache mit ihren Angestellten beispielweise aushandeln, dass mehr gearbeitet wird. Wenn wir einen solch hohen Ferienanspruch in der Verfassung zementieren, werden solche flexiblen Lösungen nicht mehr möglich sein. Die Verlierer sind die Arbeitnehmenden. Was nützen mehr Ferien, wenn man Arbeitslos ist oder nicht mehr genug Geld hat, in den Ferien auch etwas zu unternehmen?

Mehr Ferien, Mindestlöhne, weniger Wochenarbeitszeit, Reduktion des Rentenalters und massiver Kündigungsschutz: Das sind mittunter die Gründe, warum viele europäische Staaten in Schieflage geraten sind. Die Linken fordern genau das und wollen unser bewährtes liberales Arbeitsgesetzt dadurch aushebeln. Die Folgen wären verheerend.

Ich stimme deshalb am 11. März gegen diese gefährliche Initiative auch wenn 6 Wochen Ferien verlockend wären.

Christoph Graf

Kantonsratskandidat FDP.Die Liberalen Rheintal,
Präsident Jungfreisinnige Kanton St. Gallen

www.graf-christoph.ch

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