Psychologie-Experiment: Wer will 100 CHF gewinnen?

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Ich möchte mit diesem Beitrag ein kleines und interessantes psychologisches Experiment wagen, an welchem Sie direkt teilnehmen können. Zuerst werde ich Ihnen aber zwei sehr aktuelle Themen in Erinnerung rufen: Denn sie hängen (aus psychologischer Sicht) mit dem Experiment zusammen.

Masseneinwanderung

Bekanntlich kämpft die SVP gegen die Masseneinwanderung an. Die neusten Zahlen des Bundes zeigen, dass die aktuelle Nettoeinwanderung von 2011 rund 75'000 Personen betrug.

Dem Volk wurde versprochen, dass durch die Personenfreizügigkeit die Wirtschaft angekurbelt werde und man durch die Ventil-Klausel die Einwanderung eigenhändig steuern könne. Die erste Behauptung stimmt, vor Allem dank der Personenfreizügigkeit haben wir heute eine so starke Wirtschaft und eine allgemein Gute Situation verglichen mit anderen/umliegenden EU-Staaten.

Die zweite Behauptung ist jedoch schlicht und einfach falsch. Die Ventil-Klausel kann heute aus mysteriösen Gründen nicht eingesetzt werden, die unkontrollierbare Massenzuwanderung ist leider Realität.

Lohndumping besonders in Grenzregionen, steigende Immobilienpreise, steigender Energieverbrauch, schwindender Platz, überlastete Infrastruktur (besonders ÖV und Strasse), ausgehöhlte und missbrauchte Sozialwerke, schwindende Grünflächen, Überbauungen, besser qualifizierte Ausländer welche den Schweizern die Jobs/Studienplätze wegnehmen, steigende Kriminalität, steigende Arbeitslosigkeit, und Viele mehr sind nur ein Bruchteil der heutigen Probleme, hauptsächlich (aber nicht nur) ausgelöst durch die PFK und die damit verbundene extrem hohe Einwanderung.

Die Masseneinwanderungsinitiative will diese Probleme an der Wurzel beheben und fordert eine Nachverhandlung, notfalls eine Kündigung der PFK. Das Ziel soll sein, dass die Einwanderung kontingentiert wird. Das heisst, dass nur so viele Menschen in unser Land kommen dürfen, wie die Wirtschaft auch wirklich braucht. Genau das war ja das Ziel der Personenfreizügigkeit, welches aber nicht erreicht wurde.

Genau die Parteien, welche ehemals (und heute auch noch) für die PFK und gegen eine Abänderung des Vertrags sind, müssten daher ja eigentlich gerade für eine Abänderung sein, denn die Ziele sind praktisch mit jenen der PFK identisch!

Wieso steht die SVP aber wieder einmal alleine da? Das hat zwei Gründe:

Psychologische Gründe:

  • Erstens weil die Masseneinwanderungsinitiative von der SVP kommt - alles was die SVP vorschlägt ist generell falsch und zu radikal, wird oftmals argumentiert.
  • Zweitens, durch eine Unterstützung der Initiative oder des Grundgedankens würden die PFK Befürworter eingestehen, dass die PFK in der heutigen Form ein Fehler war. Moralisch ist es offenbar für viele Politiker nicht vertretbar, eigene Fehler zuzugeben.

Dies zum psychologischen Aspekt der Masseneinwanderungsinitiative, welche für mein kleines Experiment wichtig sind.

Bankenkrise

Die Bankenkrise ist auch beinahe täglich in den Medien. Besonders heiss im Trend ist das Bashing von Schweizer Banken aus dem Ausland: EU und USA nehmen unsere Banken unter Dauerbeschuss. Diese Tatsache möchte ich hier im Raum stehen lassen.

Weshalb aber?

Schweizer Banken haben Geld von Menschen aus dem Ausland angenommen - so weit so gut, das ist Gang und Gebe. Das Problem: Diese Menschen haben ihr Geld in ihren Herkunftsländer nicht versteuert, was strafbar ist. Die Schweiz hat jedoch ein Bankgeheimnis, das heisst, dass (selbst auf Druck der Herkunftsländer) keine Bankkundendaten herausgegeben werden dürfen.

Wieder gibt es psychologische Gründe

  • Die Banken erwirtschaften durch mehr Kunden einen höheren Gewinn. In der Annahme, das Bankgeheimnis schütze sie und die Kunden, sind sie von der Gefahr der Steuerhinterziehung ihrer Kunden unbeeindruckt.
  • Die Kunden werden also aufgenommen und das Geld wird verwaltet. Einfach so Kunden auf Grund von einem Verdacht "wegzuschicken" ist nicht lukrativ, solange das Herkunftsland keinen Druck ausübt
  • Wie bei den Gegnern der Masseneinwanderungsinitiative sind auch hier die Banken in einer Zwickmühle. Würden sie Kunden von sich weisen würden sie erstens sich selbst schaden und zweitens eigene Fehler eingestehen, was einem Imageschaden zur Folge hätte: Für Banken ein riesiges Fiasko.

Das Experiment

Wir haben nun einige Weisheiten aus der Politik gesammelt. Nun zum Experiment. Alle interessierte Politnetz-Nutzer können hier mitspielen. Das Experiment ist äusserst banal.

Ich versteigere hiermit eine Hunderternote. 100.- können Sie gleich jetzt gewinnen. Sie müssen nur bieten!

Die Regel lautet:

  • Der Meistbietende erhält gegen seinen höchst gebotenen Betrag die 100.-
  • Der Zweitbietende aber muss seinen höchst gebotenen Betrag ebenfalls bezahlen, erhält aber keinen Gewinn.
  • Selbstverständlich dürfen Sie andere Gebote überbieten und sich auch mehrmals einschalten!
  • Die Mindesterhöhung liegt bei 5.- (damit wir vorwärts kommen)

Nun denn: Wer will 100.- gewinnen?

Ich fange einmal an: Ich biete 10.- !

Momentan hätte ich also 90.- gewonnen. (Ich selbst werde nun aber nicht mehr bieten, da ich das Experiment bereits kenne). Ich bitte all jene, welche das Experiment ebenfalls kennen, noch nichts zu verraten. Sie dürfen aber natürlich selbst mitbieten und für Stimmung sorgen ;)

Nach einiger Zeit werde ich das Experiment abbrechen und ein kurzes Fazit abliefern und eine Verbindung zu den Themen oben herstellen.

Bitte schreiben Sie noch keinen Kommentar zum Inhalt des Textes zur Masseneinwanderungsinitiative oder zur Bankenkrise - tun Sie das bitte nach dem Experiment. Danke!

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