Goht’s no? Realitätscheck Lehrerstreik

Zuerst dachte ich an einen schlechten Scherz, als ein Mitarbeiter mich auf den Lehrerstreik in Schaffhausen aufmerksam machte. Man brauche eine Entlastungsstunde. Aber es ist wahr - die Lehrer in Schaffhausen streikten am Montag tatsächlich. Ein Streik ist nicht nur eine Unmutsbekundung, eine Reklamation oder ein Einsatz für die eigene Rechte, ein Streik gehört zum drastischsten Mittel, welches man wählen kann. Die Lehrer fühlten sich also so ungerecht behandelt, dass sie all ihren Schülern sagten: “Euer Schulstoff ist nicht so wichtig, wie unsere Entlastungsstunde”.

Man stelle sich vor, Lehrer haben einen fast unkündbaren Job. Sie haben deutlich weniger Wochenarbeitsstunden, als der Rest der Arbeitnehmer und sie beziehen 12 Wochen Ferien. Selbstverständlich kann ein Lehrer deutlich mehr arbeiten und muss etwa 3 Wochen Ferien hergeben, aber ein Lehrer hat sehr, sehr gute Arbeitsbedingungen. Dazu verdient ein Lehrer auch anständig.

Aus dem Kanton Aargau:

  • Der Lohn einer 2011 31-jährigen Primarlehrerin beträgt Fr. 91'977.-; 2012, im Alter 32, steigt er auf Fr. 93'588.--, d.h. um 1.75 %.
  • Der Lohn eines 2011 54-jährigen Reallehrers beträgt Fr. 133'126.-; 2012, im Alter 55, steigt er auf Fr. 134'472.-, d.h. um 1.01%.

Auch in Schaffhausen sind die Arbeitsbedingungen gut und ohne zu wissen, in welchem Lohnband die Lehrer genau sind, die Tabelle verspricht ein anständiges Gehalt, welches nicht sehr weit weg vom Aargau sein wird.

Dass wir Bürgerliche diesen Streik nicht verstehen, ist relativ einfach zu erahnen. Aber wie sehen dies die Linken Politnetz-Nutzer? Kann mir jemand erklären, wie die Lehrer, welche für Schüler Vorbilder sind, zu solch einer drastischen Massnahme greifen können? Die 10 Gründe von Stefan Marti SP-Schaffhausen erzeugen bei mir nur ein grosses Kopfschütteln.

Weitere Lektüre:
http://oeffentlichespersonal.ch/downloads/Lohnvergleich_Januar_2011.pdf

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