Preisdiktat auf dem Kulturgut „Buch“ im Zeitalter des eBook

Am 11 März ist es soweit, die Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben an der Urne das Wort und entscheiden ob die Wiedereinführung des Buchpreisdiktat wirklich der richtige Weg ist um dieses Kulturgut zu schützen oder ob die Gegenseite recht hat, mit der Behauptung, dass sich hier nur eine Industrie auf kosten der Konsumenten bereichern möchte.

Die Ansichten sind natürlich kontrovers und mir stellt sich hauptsächlich die Frage, wie ist eine solche einschneidende Regelung im digitalen Zeitalter überhaupt möglich?
Mir scheint es so, dass viele Befürworter sich nicht bewusst sind, was dieses „digitale Zeitalter“ überhaupt bedeutet.
Klar, wenn jemand ein Buch im Ausland, z.B. bei Amazon ordert, kann man mit Hilfe internationalen Abkommen die Preisbindung sicherlich durchsetzen und die Kontrolle bleibt ein relativ geringer Aufwand. Was ist aber mit den sogenannten eBooks, die jetzt schon zu zig Tausenden auf Servern in der ganzen Welt liegen und die ein Konsument einfach nur runterladen und ziemlich einfach weiter geben kann?

Die letzten Jahre und Monate gab es eine Entwicklung auf den sogenannten Tauschplattformen und Torrent-Tracker, viele haben die neue Kategorie „eBooks“ mit in den Index genommen und der Tausch dieser Bücher wird immer beliebter. Urheberrechtlich gesehen ist dieser Tausch natürlich mehr als nur fragwürdig aber trotzdem kaum aufzuhalten und sollte dann wirklich mal ein Schlag gegen einzelne Betreiber, nach langen internationalen Verfahren, gelingen so tauchen in kürzester Zeit neue auf, die die Lücke füllen. Von den grossen und geschlossenen Plattformen und Trackern, die für Aussenstehende nicht einsehbar sind, spreche ich nun schon mal gar nicht erst.

Die Verlage und Befürworter der Buchpreisbindung sollten sich daher mal Gedanken machen, wie sich dieser Bereich weiterentwickelt in der Schweiz, wenn wir für dieses Kulturgut mehr bezahlen müssen als im benachbarten Ausland. Es ist zu befürchten, dass dies ein Eigentor werden kann und was die Schweizer Einwohner z.B.bei den Medikamenten akzeptieren „müssen“ hier schlicht nicht machbar ist.

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