Erbschaftssteuer Initiative braucht es eine neue Steuer auf Bundesebene?

Für sie wird momentan noch gesammelt aber ich geh mal von der Annahme aus dass genügend Unterschriften zusammen kommen.

Zweck:

Eine Einführung einer Bundessteuer (Erbschafts- und Schenkungssteuer) Abschaffung der Erbschafts-und Schenkungssteuer auf Kantonsebene.
Besteuerung für alle Erben und Beschänkten (in den meisten Kantonen müssten dann neu auch wieder Kinder steuern zahlen) zu einem quotalen Steuersatz von 20% bei einem Freibetrag von 2 Mio. (Unternehmen und Landwirtschaftsbetriebe könnten mit Steuerreduktionen rechnen wenn sie nicht innerhalb von 10 Jahren nach dem Todestag verkauft werden.
Jährliche Schenkung von 20‘000.—sind steuerfrei pro Person möglich.
Neu in der Steuergesetzgebung Rückwirkend
Was in anderen Ländern normal ist, scheint auch den Initiaten recht, die Rückwirkung auf den 1.1.2012, also lange bevor überhaupt die Initiative in Kraft tritt wenn alles optimal läuft ca. 2016. Immerhin hat diese fixe Datum einen Geldsegen für die Notare bewirkt ob die Umschreibung auch stand hält lässt sich im moment nicht sagen (Steuerumgehung).

Weitere Probleme

Wie werden die bezahlten Steuern vom 1.1.2012 bis zum Inkrafttreten verrechnet? Gar nicht? Muss mit einer Besteuerung auf Kantonalerebene und dann anschliessend Bundesebene gerechnet werden? Erhalten Erben die zuviel bezahlt haben über 20% Geld zurück?

Neu wird die Schenkung nicht mehr beim Beschenkten sondern beim Schenker/in erhoben. Hier wird in internationales Steuerrecht eingegriffen und es besteht die Gefahr dass auch noch DBA’S (Doppelbesteuerungsabkommen) ausgehebelt werden. Das heisst die Steuerverwaltung müsste im Ausland Geld eintreiben, wenn der Schenker im Ausland lebt.

Folgen bei Inkrafttreten der Erbschaftsinitiative

Da im Initiativtext kein Sicherung für Auswanderung (Wegzugsbesteuerung) gemacht wurde. Werden die meisten betroffenen Personen in betracht ziehen ins Ausland (Österreich) zu ziehen wo keine Erbschaftssteuer kennt. Die Vermögenden Ausländer und Schweizer werden wohl oder übel das Land verlassen sobald sie ein gewisses Alter erreicht haben. Deutschland hat im ASTG (Auslandsteuergesetz) dies geregelt dass nach Wegzug aus Deutschland man noch 5 Jahre der Erbschaftssteuer untersteht.
Es wird folglich für einige Gemeinde einen Steuerausfall geben.

Internationale Steuerpolitik

Die Schweiz kennt im Gegesatz zu den meisten Ländern die Vermögenssteuern. Die hohen Erbschaftssteuern in USA sind zum Beispiel ein kleiner Ausgleich zu den tiefen Steuern für Dollar Millionäre und aufwärts. In Deutschland kennt man keinen Eigenmietwert, keine Vermögenssteuer und die Erbschaftssteuer wurde in den letzten Jahren reduziert und nicht erhöht.

Fazit:

In den Kantonen haben in den letzten Jahren das Stimmvolk die Erbschaftssteuern für Kinder abgeschafft. Eine Wiedereinführung von der Besteuerung von KMU’S beim Erbgang ist schlecht für unsere Wirtschaft. Rechtsunsicherheit in Fragen wie Versicherungen, Trust etc. hilft nicht gerade dem Wirtschaftsstandort Schweiz. In Zeiten wo die Allgemeinheit immer mehr Sozialfälle tragen muss, bestraft man etwas Urschweizerisches das Sparen

Nein, wir brauchen keine neue Steuer

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