Wer soll Infrastrukturleistungen anbieten: der Staat oder Private?

„Die Herstellung mancher Infrastrukturleistungen erfolgt unter produktionstechnischen Bedingungen sinkender Durchschnittskosten (Luft- und Schienenverkehr; Herstellung von Elektrizität, Gas, Aufbereitung von Wasser; Kommunikation). Das Ausschlussprinzip (Potenzielle Nutzer können über einen Preis oder eine Gebühr vom Konsum ausgeschlossen werden) wird meist angewandt. Warum werden diese Güter überhaupt zur Infrastruktur gezählt? Warum fallen sie in den meisten Ländern in den Aufgabenbereich des Staates oder müssen vom Staat subventioniert werden, obwohl doch wichtige Merkmale der Infrastruktur nicht zu beobachten sind? Neben Gründen der Versorgungssicherheit, der Wachstumsförderung oder der Einkommensumverteilung ist das Versagen des Marktmechanismus dafür verantwortlich. Bei sinkenden Durchschnittskosten entsteht ein Defizit, sofern die Preise gleich den Grenzkosten (Kosten, die durch die Produktion einer zusätzlichen Einheit eines Produktes entstehen) gesetzt werden – wie dies die Allokationseffizienz (Effiziente Aufteilung die produzierten Güter unter den Individuen der Ökonomie) erfordert und keine vollständige Preisdiskriminierung (Angebot homogener Produkte zu unterschiedlichen Preisen) durchgeführt wird. Private Unternehmer werden auf die Herstellung derartiger Güter verzichten. Die Öffentlichkeit muss diese Aufgabe übernehmen, sei es durch eigene Produktion und Finanzierung des Defizits über Steuern, sei es durch Subventionierung der privaten Unternehmer in der Höhe des Defizits (ebenfalls aus Steuermitteln).“ (Aus R.L Frey, Infrastruktur, 1970, Seite 76)

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