Das Bankkundengeheimnis ist Voraussetzung für ein solides Vertrauensverhältnis zwischen Bank und Kunde.

**Ohne eine solide Vertrauensbasis zwischen Bank und Kunde kann kein Bankgeschäft vernünftig und nutzbringend für die Alltagsbewältigung getätigt werden. **
Wer sein Geld nicht mit Gewähr dafür auf eine Bank bringen kann, dass nicht irgendwer von irgendwo aus irgendwelchem Grund erfahren kann, was man so jemand Hergelaufenem nicht freiwillig mitzuteilen bereit ist, bringt es eben nicht auf eine Bank sondern löst das Aufbewahrungs- und Anvertrauungsproblem anderswie, subobtimal vielleicht aber eben doch seinen Interessen und Bedürfnissen eher entsprechend als das, was irgendwelche Rechthaber, mit denen er rein gar nichts zu tun hat, es erzwingen möchten.

Ein kompliziert eingeschränktes und bedingtes Bankgeheimnis ist schwierig zu handhaben und verursacht in vielen Fällen unverhältnismässig grosse Kosten, bedingt durch administrativen Aufwand.
Diese Schwierigkeit und Umständlichkeit bringt es mit sich, dass seine Handhabung sowohl hinsichtlich der Geheimniswahrung alsauch hinsichtlich gewisser Auskunftspflichten ohne gerichtliche Mitwirkung viel zu häufig fehlerhaft und für alle davon Betroffenen in zu mancher Hinsicht unbefriedigend und riskant wird.

Der Glaube, mit einem allgemein automatischen Datenaustausch würden eine grössere Steuergerechtigkeit realisiert und die Steuereinnahmen wesentlich erhöht, ist ganz einfach wirklichkeitsfremd. Er kommt daher, dass viele Möchtegernpolitiker und rechthaberische Wichtigtuer sich nicht die Mühe nehmen, die Vielfalt der Reaktionen auf und Widerstände gegen behördliche Zwänge und deren Auswirkungen auf die konkreten Ergebnisse solcher Zwängereien wahrzunehmen und deren Organisationsformen und Dynamik zu analysieren. Sie meinen, was ihresgleichen beeindrucke und bändige, beeindrucke und bändige auch diejenigen, von denen sie keine Ahnung haben.

Gerade dort nämlich, wo dieser "automatische", das Bankkundengeheimnis missachtende oder empfindlich beschneidende Datenaustausch gross einschenken würde, weil es nicht nur um viel sondern um sehr, unvorstellbar sehr viel Geld geht, wird die Erfindungskraft für neue Formen der Umgehung angeregt, lohnt sich grosser Aufwand und wächst der Anreiz zu noch raffinierterer "Diplomatie", zu noch kaltblütigerer Rücksichtslosigkeit bei der Wahl der Mittel, den staatlichen Zwang zu brechen und sogar zu noch dreisterer und offfenerer Herausforderung der Staatlichen Gewalt mit unbemerkt privat aufgebauter und kontrollierter strategischer Schlagkraft. Den Automatismus des Datenaustauschs nach eigenem Bedarf zu manipulieren ist dabei für diese Players das kleinste Problem.

Viele ausgerechnet jener, die durch Verstümmelung der bürgerlichen Freiheiten und der Privatsphäre hoffen, endlich die Steuergerechtigkeit nach Ihren "sozialen" Vorstellungen zu erringen, wollen ausgerechnet dort sparen, wo der Staat mehr Mittel bräuchte, die ihn systematisch vereitelnden Kräfte zu bändigen.
Sie merken auch nicht, wie viele Politiker keinerlei Lust verspüren und auch den Mut nicht haben, das - etwas ohnmächtig anmutende - Verhältnis nicht nur des einzelnen Staates, sondern auch der Staatengemeinschaften gegenüber diesen nicht- und ausserkonstitutionellen Kräften zur Sprache zu bringen.

Den Amerikanern geht es in dieser Angelegenheit überhaupt nicht um Steuergerechtigkeit sondern um die Retablierung ihres angeschlagenen Dollar-(Euro)-Imperiums und um den Versuch, zur Fiskalweltmacht zu werden, die vom Rest der Welt auf jede Art und Weise, die ihre Macht mehrt und zugleich demonstriert, Tribute einzuheimsen.

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