Der Preisüberwacher will die Preise der medizinischen Hilfsmittel untersuchen

Die soziale Krankenversicherung (KV) sowie die Invalidenversicherung (IV) finanzieren zahlreiche Mittel- und Gegenstände (kurz Hilfsmittel), die der Untersuchung oder Behandlung dienen. Dazu gehören z.B. Bandagen, Rollstühle, Hörgeräte oder Orthopädieschuhe.
Der Preisüberwacher meint, es bestehe ein Sparpotential und will den Sektor vertieft untersuchen. Zwischen 2004 und 2008, in nur vier Jahren, sind die Kosten nämlich um satte 20% gestiegen.

Warum denn untersuchen? Umfragen zeigen doch eine hohe Zufriedenheit der Bevölkerung mit der medizinischen Versorgung. Warum nicht einfach alles unangetastet lassen? Warum überhaupt den Hilfsmittellieferanten drein reden?

Ein wichtiger Grund für vermehrte Kontrollen sind die steigenden Prämien der Krankenversicherung, Abgaben und Steuergelder für die Sozialversicherung und Spitäler. Die Kosten steigen und steigen ohne eine Vermehrung der Qualität im gleichen Mass. Bald wird die Krankenkassenprämie vieler Versicherter in der Schweiz im Haushaltsbudget die Miete überholen. Und mit der Einkommens- und Mehrwertsteuer zahlen sie nochmals in das Gesundheitssystem.

Die Mittel bei den "Reichen" holen? Einheits-Krankenkasse? Viele Vorschläge, die aber nur die Einnahmenseite im Fokus haben. Die Ausgabenseite bleibt zu oft im Dunkeln, zu Fachspezifisch, kompliziert. Wer kann schon beurteilen, ob sein Hörgerät oder die Einlagen dem Preis entsprechen? Oder überteuert sind? Deswegen kann man die Absicht des Preisüberwachers nur begrüssen.

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