ÖV und Strassenverkehr: Alles wird teurer - Dürfen wir uns in Zukunft überhaupt noch fortbewegen?

Sehr geehrte Leserinnen und Leser

Reisen kostet, egal ob mit dem Auto oder mit einem öffentlichen Verkehrsmittel. Beim Auto haben wir vor Allem sehr hohe jährliche Steuerabgaben, Versicherungen und natürlich die Spritkosten. Beim ÖV sind es einzig und allein die Billetpreise.

Sämtliche Fortbewegungsmittel wurden in den letzten paar Jahren bedeutend teurer. Besonders die SBB verteuert ihr Angebot nun innerhalb eines Jahres bereits zum zweiten Mal und dies nicht gerade zimperlich. Besonders Pendler und "Stammkunden" müssen tiefer in die Tasche greifen. Das Halbtax wird um 10 Franken teurer, das GA satte 210 Franken. Die Billetts in der 2. Klasse werden um 4% teurer, jene der 1. Klasse um 7.3%.

Und weshalb nun diese Erhöhungen? Grund ist die Erhöhung der Trassenpreise (vereinfacht gesagt das Geld, welches die SBB für die Benutzung der Schienen bezahlen muss, ähnlich wie eine Autobahnvignette) um 200 Mio. CHF.

Die SBB bietet derzeit keine Qualitätsverbesserungen an. Von gratis Wi-Fi und auch von mehr Platz (besonders Sitzplätzen) auf ständig ausgelasteten Strecken können wir heute nur träumen. Solche Mehrausgaben, welche für den Kunden keine Qualitätssteigerung erbringen, müssen intern geregelt werden!

Solche Verteuerungen führen letztendlich halt einfach dazu, dass jene, welche "zwangsweise" Pendeln müssen einfach weiter abgezockt werden und andere, welche die Nase gestrichen voll haben, halt einfach aufs Auto umsteigen.

Die grössten Befürworter und Förderer des ÖV's, die Linken, verteufeln aber gleichzeitig auch das Auto. "Die Leute weg von der Strasse kriegen", ist das Motto. Eine unglaubliche Frechheit.** Sämtliche Verteuerungen, Steuererhöhungen, neuen Emissionsabgaben, Parkplatzaufhebung, Parkplatzverteuerung, Verbote, Temporeduktionen, etc. haben absolut nichts gebracht.** Es fahren so viele Leute Auto wie noch nie. Aber die Hexenjagd geht unbeirrt weiter. Im Glaube dies sei die Lösung, wird das Angebot konsequent nicht weiter ausgebaut. In den Städten gibt es massiv zu wenig Parkplätze, die Strassen sind verstopft und die Autobahnen werden auch nirgends auf drei Spuren ausgebaut. Kompliment, das ist sehr umweltschonend!

Wir halten also fest: Egal wie hoch die Preise sind, es bewegen sich immer wie mehr Leute fort, da sie es schlicht und einfach müssen. Auch der Anstieg des Wohlstands und die hohe Einwanderung tragen sicherlich dazu bei. Trotzdem werden Preise und Abgaben nahezu jährlich grundlos (und vielleicht auch planlos?) erhöht - das nenne ich Ausbeutung der Bürger. Die Leute werden sich nun in Zukunft fragen was sich mehr lohnt: Eine halbe Stunde an den Bahnhof laufen und auf den Zug warten (eventuell vorher sogar noch den überfüllten Bus nehmen), eine halbe Stunde überfüllten Zug fahren, und schliesslich noch an den Zielort gelangen oder dann halt doch einfach das Auto nehmen?

**Deshalb muss ich hier einfach auch die Frage stellen: Dürfen wir uns in Zukunft überhaupt noch fortbewegen? Oder bringen es Regierung und Monopolinhaber (SBB und co.) tatsächlich irgendeinmal zu Stande von ihrer Geldgier wegzukommen und jedem Bürger sein Recht auf Bewegungsfreiheit zu möglichst fairen Preisen und Verhältnissen zu garantieren? **

Ich bin skeptisch. Wo ein Drang oder Zwang für etwas herrscht, in diesem Fall der Zwang der Bewegung, kann man immer sehr einfach die Preise erhöhen. Der Bürger wird es immer bezahlen, da er sich ja fortbewegen muss.

Wie lange lassen wir uns das noch bieten?

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