Ängste abbauen statt schüren

Zum geplanten islamischen Begegnungszentrum im Südquartier in Wil SG

Die islamische Gemeinschaft Wil hat seit vielen Jahren den interreligiösen Dialog
gesucht, und ihr Gebetszentrum an der Titlisstrasse ist seit jeher für Jedermann/
-frau zugänglich. Leider ist trotz vielen Bemühungen die Ignoranz gegenüber
der drittgrössten Glaubensgemeinschaft in Wil noch immer vorhanden.

Auf die 300 Einsprachen folgte nun eine Interpellation der SVP, welche aus den Ängsten der Bevölkerung Kapital schlagen möchte. Dass Integration nur erfolgen kann, wenn man von der Gesellschaft nicht ausgeschlossen und an der Rand gedrängt wird, wird dabei völlig ausgeblendet. Die islamische Gemeinschaft Wil zeigte sich immer kompromissbereit, hat die Annahme des Minarettverbots durch das Schweizer Volk akzeptiert, und in ihre Baupläne einbezogen. Somit stützt sich die Gemeinschaft auf das Schweizer Gesetz, welches Ihnen Religionsfreiheit zugesichert hat. Auch für religiöse Minderheiten müssen die gleichen Gesetze gelten, jedoch wird die muslimische Religionsgemeinschaft immer mehr aus der Gesellschaft zurückgedrängt und diskriminiert. Wir können froh sein, dass wir in Wil eine so aufgeschlossene und integrationswillige islamische Gemeinschaft haben, und ich sehe es deshalb als unsere Pflicht die Rechte dieser religiösen Minderheit zu respektieren.

Das geplante islamische Begegnungszentrum entspricht den Baugesetzlichen Vorgaben, und die maximal geforderte Parkplatzanzahl wurde in den Plänen berücksichtigt. Die islamische Gemeinschaft war nie auf Konfrontation aus, sondern hat immer den Konsens mit der Bevölkerung gesucht. Jedoch kann kein Konsens entstehen, wenn man die Anliegen der islamischen Bevölkerung ignoriert, und Ihnen die Möglichkeit verwehrt an der Gesellschaft teilzuhaben. Ängste werden nicht abgebaut indem man sie schürt, sondern indem man auf die Dialogbereitschaft eingeht und sich mit den Menschen in Kontakt setzt. Deshalb findet am Mittwoch 1. Februar um 19.30 in der Aula der Kant. Psychiatrischen Klinik Wil eine Diskussionsveranstaltung zum geplanten Begegnungszentrum der Wiler Muslime statt. Mit einem zahlreichen Erscheinen können wir einerseits zeigen, dass wir die Anliegen jeder Bevölkerungsgruppe respektieren, und andererseits unsere Fragen und Ängste zur Sprache bringen damit im Dialog ein Konsens und ein respektvolles und freundschaftliches Miteinander der verschiedenen Religionsgemeinschaften in Wil möglich ist.

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