Nein zur Schwächung des Schweizer Buchmarktes – Nein zur Buchpreisbindung!

Die Buchpreisbindung stellt einen erheblichen Eingriff in die freie Marktwirtschaft dar und wurde 1999 als unzulässige Preisabsprache verboten. 2011 sprach sich das Parlament für eine Wiedereinführung der Buchpreisbindung aus. Weil ein Referendum von JSVP und Jungfreisinnigen zustande kam, hat das Volk am 11. März 2012 das letzte Wort zur Vorlage.

Die Buchpreisbindung ist eine gesetzliche oder vertragliche Auflage, sich an einen festgelegten Preis zu binden. Verlage beziehungsweise Buchimporteure werden gezwungen, einen Verkaufspreis für Bücher festzusetzen, welcher für alle Buchhandlungen gilt.

Wieso muss die Buchpreisbindung abgelehnt werden? Die Buchpreisbindung legalisiert ein Preiskartell. Ziel der Befürworter ist es, das Kulturgut Buch zu schützen. Das Gegenteil wäre bei einem Ja zur Buchpreisbindung der Fall. In der Schweiz verkaufte Bücher würden teurer - es ist kaum anzunehmen, dass der Absatz so gesteigert würde.

Nicht nur der Konsument, sondern auch der Schweizer Buchhändler würde benachteiligt. Schweizer Buchhändler müssten sich an das Gesetz halten, welches jedoch nicht für die ausländische Konkurrenz gilt. Der Einkaufstourismus ins nahe Ausland wäre vorprogrammiert. Über 50 % des Deutschschweizer Buchhandels liegt in deutscher Hand. Ein Grossteil der Bücher wird importiert. Profitieren von der Buchpreisbindung würden demnach vor allem ausländische Verlage. Insbesondere kleine Buchhandlungen in der Schweiz wären die Leidtragenden, da sie nicht mehr mit einer konkurrenzfähigen Preisgestaltung auf sich aufmerksam machen könnten.

Die Buchpreisbindung soll auch für den Onlinemarkt gelten. Der dort stattfindende grenzüberschreitende Handel macht eine Kontrolle dieses Marktes allerdings kaum möglich. E-Books (Buchinhalte, die man auf ein elektronisches Lesegerät lädt) wären zudem nicht von der Buchpreisbindung betroffen. Dies führt dazu, dass E-Books günstiger verkauft und somit indirekt gefördert würden. Dies geschieht auf Kosten des Printproduktes: was die Initianten verhindern möchten, würde somit eintreffen.

Es ist eine Tatsache, dass sich auch das Buch dem Medienwandel stellen muss. Diese Entwicklung lässt sich nicht durch staatliche Interventionen beeinflussen. Es gilt, sich jetzt der Herausforderung zu stellen und auch für das Buch weiterhin den freien Markt spielen zu lassen. Stimmen Sie deshalb am 11. März NEIN zum „Bundesgesetz über die Buchpreisbindung (BuPG)“.

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