Die Buchpreisbindung bringt im besten Fall einen Zeitgewinn für den Buchhandel.

Am 11. März stimmen wir unter anderm über die Wiedereinführung der Buchpreisbindung ab. Für einmal bin ich wirklich unsicher, wie ich abstimmen will. Ich liebe das gedruckte Wort und lese Texte nur im Notfall auf dem Computer. Buchhandlungen gehören zu meinen absoluten Liebelingsgeschäften überhaupt und ich bedaure, dass es diese mit Ausnahme der einen oder anderen Exlibris-Filiale nur noch in den Stadtzentren gibt. Damit ist aber auch schon mein Hauptproblem angesprochen. Da ich keine Lust habe, zuerst in eine Buchhandlung zu gehen, um ein Buch zu bestellen und ein paar Tage später abzuholen, wenn ich weiss, was ich kaufen will, bestelle ich die meisten meiner Bücher über das Internet. Und es ist klar, dass ich dabei auch versuche, meine Kosten möglichst gering zu halten. Dank Internet kann auch ich als Berner bei ausländischer Literatur vom günstigen Eurokurs profitieren und nicht nur die nahe der Grenze wohnenden Schweizer. Buchhandlungen besuche ich, wenn ich sehr kurzfristig ein Geschenk brauche und vor allem, wenn ich gar nicht weiss, was ich kaufen will und Beratung brauche. Der Preis spielt in diesen Fällen, dann aber kaum noch eine Rolle. Ob mit oder ohne Buchpreisbindung, ich denke, es werden nur diejenigen Buchläden überleben, welche einen zusätzlichen Service bieten, die Preisbindung wird das Buchladensterben höchstens verlangsamen aber kaum umkehren können. Die Konkurrenz durch E-Books ist mittelfristig wohl ohnehin zu gross. Selber werde ich deshalb Nein zur Buchpreisbindung stimmen, aber wirklich empfehlen, mag ich dieses Nein auch nicht.

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