Eine reine Berufsarmee ist im Falle der Schweiz keine Alternative zur Milizarmee - die leider auch heute noch eine Notwendigkeit ist.

Ich sollte vorausschicken, dass ich von der Notwendigkeit einer Armee ausgehe. Dies im wesentlichen aus Gründen der Unsicherheit zukünftiger Entwicklungen. Planungs- und rüstungstechnisch ist eine Armee wie die der Schweiz auf einen Horizont von 10 bis 20 Jahren ausgerichtet. In einem sich schnell und unberechenbar wandelnden Umfeld ist eine gänzliche Abschaffung der Landesverteidigung daher nicht möglich (es stellt sich allerdings die Frage, ob die Armee den veränderten Verhältnissen, insbesondere asymmetrischen Bedrohungen, noch gerecht werden kann; dies ist aber nicht Gegenstand der Debatte).

Es sollte zunächst nicht vergessen werden, dass die Schweizer Armee bereits über einen gewissen Anteil an Berufs- oder Zeitsoldaten verfügt. In diesen Teilen ist eine tiefgehende Ausbildung oder vertieftes miltitärisches Know-How bereits vorhanden. Dies betrifft insbesondere die Führungsebene. Eine (kostspielige) reine Berufsarmee ist dafür aber nicht notwendig.

Wichtig ist zudem das Verständnis, dass die Schweizer Armee derzeit gar nicht kriegstauglich ist. Kriegstauglichkeit würde einen mehrjährigen militärischen "Aufwuchs" voraussetzen. Mit anderen Worten personelle und technische Aufrüstung sowie eine Intensivierung der Ausbildung - und natürlich auch den damit einhergehenden, massiven finanziellen Mehraufwand.

Entscheidend ist deshalb, und in Anbetracht des Planungshorizontes umso mehr, dass das militärische Know-How in Friedenszeiten tatsächlich weitergegeben wird. Die Schweizer Armee kommt derzeit wohl nicht zuletzt dem Auftrag nach, militärisches Wissen und Truppenstrukturen über Zeit zu konservieren. Was die Führungsebene anbelangt, bedingt dies mitunter auch die Übung am Mann, bzw. im Truppenverband:

Der RS- oder WK-Soldat ist insofern heute vorwiegend das Übungsmaterial der Führungsebene. Das mag dem Soldaten zwar nicht immer passen, ist aber letztlich notwendig.

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