Nein zur Buchpreisbindung: Gezielte Förderung Schweizer Buchautoren anstatt Preisabsprachen

Die Wiedereinführung der Buchpreisbindung wird gerne mit dem Erhalt der literarischen Vielfalt und der Förderung von Schweizer Buchautoren gerechtfertigt. Doch es hat seinen Grund, weshalb die Buchpreisbindung von der Wettbewerbs-kommission 1999 verboten wurde. Es handelt sich hierbei nämlich um nichts anderes als eine Preisabsprache zwischen Buchhändlern und Verlagen.

Wenn sich eine Branche bei Preisen abspricht, geht es immer um die Erzielung höherer Gewinne. Die Leidtragenden sind die Konsumentinnen und Konsumenten. Deshalb sind Kartelle zu Recht verboten.

Die Förderung und der Erhalt der Schweizerischen Buchkultur ist richt und wichtig. Die Buchpreisbindung hierfür aber ein untaugliches Instrument. Denn von den zusätzlichen Gewinnen profitieren vor allem die ausländischen Grossverlage, die den schweizerischen Buchmarkt mehrheitlich dominieren. Die Autoren, die eigentlichen Kulturschaffenden, gehen dabei leer aus. Auch der Buchverkauf und das Lesen werden bei höheren Buchpreisen nicht unbedingt gefördert. Und weshalb sollen Buchhändler das literarische Angebot verbreitern, wenn sie auch mit Preisbindung auf den Büchern sitzen bleiben? Will man die Schweizer Buchkultur effektiv fördern, müssen die heute bestehenden gezielten Fördermassnahmen für das Buch bei Bedarf ausgebaut werden und nicht die Buchpreisbindung wieder eingeführt.

Ob Preisabsprache oder freier Markt, die eigentliche Herausforderung für Verlage und Buchhandel ist sowieso das eBook. 2011 wurden in den USA bereits mehr elektronische als gedruckte Bücher verkauft. Und auch in der Schweiz explodieren derzeit die Absatzzahlen für eReader. Ob die Schweizer Buchhändler und Verlage überlegen werden, wird deshalb vor allem davon abhängen, ob und wie sie das eBook in ihre Unternehmensstrategie integrieren werden.

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